In der geplanten Untersuchung soll die Verflechtung verschiedenster Wissenschaftsdisziplinen in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts anhand der speziellen Problematik der CO -Forschung innerhalb der Klimaschutzdiskussion dargelegt werden, die in die Konstitution des IPCC gipfelte. Wissenschaftliche und politische Arbeit der Klimaforschung sind seit 1988 in dieser Institution vereint und diese avancierte somit zu der maßgeblichen Organisation, die Klimaforschung auf internationaler Ebene ausführt und leitet. Die geplanten Untersuchungen sind von wissenschaftshistorischem Ansatz und soll Fragen nach Wissenschaftsorganisation, Theoriebildungen, Handlungspraxen und Vernetzungen nachgehen. Unter besonderer Rücksicht auf die Geowissenschaften soll die Entwicklung spezieller gemeinsamer Methoden und Forschungsansätze betrachtet werden. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Modellierung von Daten und darauf basierender Prognosen bzw. Theorien. Im Einzelnen sollen anhand der Modellierungsmethoden Kommunikationsmuster interdisziplinärer Forschung erarbeitet werden, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums – 1988 als Gründungsjahr des IPCC und 2001 als Erscheinungsjahr des bislang letzten 'Assessment Report' des IPCC – Konjunkturen erleben und Veränderungen unterliegen. Der zeitliche Rahmen ist wissenschaftshistorisch relativ kurz, er wird gegebenenfalls um einige Jahre rückwärts erweitert, soweit es die Forschung fordert; er ermöglicht aber ein Aufzeigen von Feinstrukturen. Es sollen die Kanalisierung von Wissen und die Konsensentscheidungen über publizierte Ergebnisse bzw. preferierte Modelle auf der zwischenstaatlichen Ebene des IPCC an der Schnittstelle zwischen internationaler Wissenschaft und Politik mit den nationalen Vernetzungen der Geologie am Beispiel Deutschlands verglichen werden. Dabei sind die Organisationsgefüge innerhalb der Klimatologie als ein äußerst interdisziplinäres Wissenschaftsgebiet nur insoweit von Interesse, als sie den Bereich der CO-Thematik unmittelbar berühren.