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Wissenschaft im Kalten Krieg


In der zeithistorischen Forschung, die sich in der bekannten Definition Hans Rothfels auf die "Epoche der Mitlebenden" konzentriert, hat der "Kalte Krieg" den Nationalsozialismus als neuen Forschungsschwerpunkt abgelöst. Angesichts der Bedeutung der Wissenschaften in dieser Epoche ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit diesem Themenkomplex unabdingbar. Die Arbeitsgruppe des Ernst-Haeckel-Hauses geht diesen Gegenstand aus verschiedenen Perspektiven an:

Tobias Fräbel untersucht mit einem innovationstheoretischen Ansatz in einer mikrohistorischen Studie die Geschichte des Zentralinstituts für Mikobiologie und experimentelle Therapie, dem heutigen Hans-Knöll-Institut. Hier lag in Jena eine für die DDR untypische lokale Konstellation vor, die sich abweichend zu anderen Bereichen durch ein hohes Innovationspotential an der Schnittstelle von akademischer und industrieller Forschung im Staatssozialismus auzeichnete.

Bernd Helmbold analysiert im Rahmen des DFG-Projekts "Forschungstechnologien und Wissenschaftspolitik in der Biografie des Physikers Max Steenbeck (1904-1981)" die Genese und Zirkulation von research technologies im Sinne Terry Shinns, deren Zirkulation im Kalten Krieg am Beipiel eines Akteurs der schließlich als einer der bedeutendsten Wissenschaftspolitiker der DDR die Strukturen zur Implementation der Forschungstechnologien schuf.

Die Kernenergiepolitik eines politisch neutralen Staates im Kalten Krieg untersucht schließlich Christian Forstner in seinem Habilitationsprojekt "Kernspaltung und Westintegration: Beispiel Österreich." Dabei konzentriert er sich auf Wissens- und Techniktransfer im Kalten Krieg in einem transatlantischen Netzwerk am Beipiel des amerikanischen Atoms-for-Peace-Programs. Gleichzeitig beleuchtet das Projekt Fragen im Rahmen des Übergangs kerntechnologischer Forschung aus dem akademischen Labor hin zur Großtechnologie.