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Publikationen 2009


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Joachim Bauer, Klaus Dicke, Stefan Matuschek (Hrsg.): Patron Schiller. Friedrich Schiller und die Universität Jena. Jena 2009.
Die auf Friedrich Schiller bezogene Jenaer Erinnerungskultur steht in einem eigenen, spezifisch akademischen Kontext. Als "Klassikerstadt" sollte Jena mehr noch als bisher im kollektiven Gedächtnis aufgehoben werden. Diesem Leitgedanken folgend, richtete die Universität anlässlich des Schiller-Jubiläums 2009 - 250. Geburtstag Friedrich Schillers und 75. Jahrestag der Namensgebung in "Friedrich-Schiller-Universität Jena" - eine Kabinettausstellung unter dem Titel "Patron Schiller" aus. Der vorliegende Begleitband spricht sowohl Wissenschaftler als auch das interessierte Lesepublikum an. In elf Fallstudien wird das Wirken und Nachwirken Schillers in Jena dokumentiert, wobei der Schwerpunkt auf dem Bestreben der Universität und der Stadt liegt, Schiller als Identifikationsfigur in der Memorialkultur zu verankern. Neben dem akademischen Wirken des großen deutschen Dichters zählen die lokalen Denkmäler und Gedenkstätten ihm zu Ehren, die Kontroverse die im 20. Jahrhundert um seinen Tod geführt worden ist, sowie seine Vereinnahmung unter den beiden deutschen Diktaturen zu den behandelten Themen.
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Stefan Blechschmidt: Goethes lebendiges Archiv. Mensch - Morphologie - Geschichte. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 25). Heidelberg 2009.
Goethes zweite Form der Autobiographie gilt bis heute als Komplement seiner kanonisierten Lebenserinnerungen. Sie empfiehlt sich selbst als »einzelnes Kapitel jenes größern Bekenntnisses« (Konfession des Verfassers), als »fragmentarische Sammlung« (Hefte Zur Naturwissenschaft, besonders zur Morphologie), oder als »Ergänzung« der sonstigen Bekenntnisse (Tag- und Jahreshefte). Ein eigenständiger Status wurde diesen Texten von Seiten der Forschung bisher nicht eingeräumt. Die vorliegende Arbeit ist einer Methode verpflichtet, welche die Funktionslogik dieses »lebendigen Archivs« aufzudecken und zu begründen unternimmt. Es wird darin aufgezeigt, wie Goethe als Herausgeber dieser Archivautobiographie agiert. Nachzuweise ist, dass er als solcher die Machtfrage stellt, und zwar eine grundsätzliche, nämlich die nach der Rechtfertigung und Selbstbestimmung der »richtigen« und »falschen Tendenzen« seiner dichterischen und schriftstellerischen Tätigkeit.
   Goethes Neuordnung seiner Lebensgeschichte in der zweiten Autobiographie ist dabei auf das engste mit seiner Organisation der Kunst- und Wissenschaftsgeschichte verbunden. Wie aus der Ordnung der Geschichte zuletzt die Ordnung der Lebensgeschichte erwächst, wird ausführlich dargestellt.
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Cornelia Brockmann: Instrumentalmusik in Weimar-Jena um 1800. Aufführungskontexte - Repertoire - Eigenkompositionen. (Musik und Theater, 7). Sinzig 2009.
Dieses Buch räumt mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, die Dioskuren der Weimarer Klassik hätten die Instrumentalmusik der Wiener Klassik nicht zur Kenntnis genommen.
    Auf der Basis neuer Quellenfunde weist die Autorin nach, dass in Weimar zwischen 1775 und 1800 ein bemerkenswertes Instrumentalmusikrepertoire zusammengetragen wurde, in dem nahezu alle bedeutenden Komponisten der Zeit vertreten waren. Vor allem die Sinfonien Joseph Haydns und anderer Komponisten aus dem Umfeld der Wiener Klassik gelangten in den Hofkonzerten und in den Zwischenakten des Theaters zur Aufführung.
    Dass die Gattung Sinfonie im Weimarer Musikleben höchst präsent war, erweist sich auch am überraschend vielseitigen Schaffen des Hofkapellmeisters Ernst Wilhelm Wolf. Seine bislang nahezu unbekannten Sinfonien werden ausführlich vorgestellt, die auf CD-ROM beigefügten Partituren ermöglichen den Nachvollzug der Analysen.
Vor dem Hintergrund ihrer Forschungen formuliert Cornelia Brockmann schließlich neue Thesen im Hinblick auf den Stellenwert der Musik in den literarischen und ästhetischen Schriften von Goethe, Herder und Schiller und bereichert damit das gängige Bild der Weimarer Klassik um eine bislang unbekannte Facette.
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Stefanie Freyer, Katrin Horn, Nicole Grochowina (Hrsg.): FrauenGestalten. Weimar-Jena um 1800. Ein bio-bibliographisches Lexikon. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 22). Heidelberg 2009.
95 Biographien geben Einblicke in die vielfältigen Lebensentwürfe und Leistungen von Frauen, die als Gastgeberinnen, Künstlerinnen, Lehrerinnen, Schriftstellerinnen, Vereins- und Existenzgründerinnen das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Weimar und Jena um 1800 gestalteten. Die umfangreichen Bibliographien enthalten Angaben zu Werken, Quellen und Sekundärliteratur von den und über die porträtierten Frauen, und geben damit sowohl einen Überblick zum jeweils aktuellen Forschungsstand als auch Hinweise für weiterführende Forschungen.
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Nicole Grochowina: Das Eigentum der Frauen. Konflikte vor dem Jenaer Schöppenstuhl im ausgehenden 18. Jahrhundert. Köln, Weimar, Wien 2009.
Welche Eigentumsrechte hatten Frauen um 1800? Wie funktionierte die Rechtssprechung, wenn sie ihre Rechte am Erbe, an Grundstücken oder an Wegen und Bächen einklagten? Vor dem Jenaer Schöppenstuhl wurden zwischen 1780 und 1800 zahlreiche solcher Fälle der zivilen Gerichtsbarkeit begutachtet. Wie dabei der Spagat zwischen zeitgenössischen Vorstellungen über das Geschlechterverhältnis und die Eigentumsfähigkeit von Frauen auf der einen Seite sowie juristische Normen und fakultativ anzuwendenden Rechten auf der anderen Seite gelang, zeigt diese Studie.
   Nicole Grochowina hat sich mit der vorliegenden Arbeit an der Friedrich-Schiller-Universität habilitiert.
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Harald Wentzlaff-Eggebert: Weimars Mann in Leipzig. Johann Georg Keil (1781-1857) und sein Anteil am kulturellen Leben der Epoche. Eine dokumentierte Rekonstruktion. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 26). Heidelberg 2009.
Der Weimarer Philologe Johann Georg Keil wurde in den Jahren 1811-1814 von Goethe gefördert, der seine eigene Calderón-Begeisterung in einem maße auf den damaligen Lehrer und  Bibliothekar übertrug, dass dieser sich vornahm, die über 100 comedias des spanischen Barockdichters kritisch zu edieren. Die Zeit dazu fand er, nachdem er in Leipzig die einzige Tochter des gerade verstorbenen Bankiers Löhr geheiratet hatte. Mit dem Titel eines Weimarer Hofrats (1814) und einer Jenaer Ehrendoktorwürde (1828) blieb er auch als angesehener Leipziger Bürger, der sich in verschiedenen Bereichen des dortigen kulturellen Lebens engagierte, Weimar-Jena fest verbunden. Dies bezeugt seine Korrespondenz mit Johanna Schopenhauer, mit Bertuch und Froriep oder dem Übersetzer Gries und dem Altphilologen Hand ebenso wie die mit dem Kupferstecher Schwerdgeburth, mit Ludwig von Schorn, Ottilie von Goethe und Erbprinz Carl Alexander. Hinzu kommen Briefwechsel mit bedeutenden Zeitgenossen wie Ludwig Tieck oder dem Gefängnisreformer in Preußischen Diensten, Nikolaus Heinrich Julius.
   Diese und weitere Korrespondenzen werden vollständig abgedruckt und durch bereits bekannte Briefe wie die an bzw. von Goethe und Arthur Schopenhauer sowie durch die in Keils Nachlass überlieferten Lebenserinnerungen ergänzt. Neben den hispanistischen Aktivitäten Keils wird - in einem von Markus Bertsch verfassten Beitrag - seinen kunsthistorischen Interessen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
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Steffen Kublik: Die Universität Jena und die Wissenschaftspolitik der ernestinischen Höfe um 1800. (Geschichtswissenschaft, 6). Marburg 2009.
Wie gelang es der Alma mater Jenensis um 1800 zum Bildungszentrum der Nation aufzusteigen? Warum nahm die Blüte der "Salana" genannten Bildungseinrichtung nach wenigen Jahren aber ein so schnelles Ende?
   Steffen Kublik beleuchtet die Entwicklung der von vier thüringischen Höfen verwalteten und finanzierten Universität Jena Mitte des 18. bis ins 19. Jahrhundert. Ferner zeigt er, welche Anstrengungen die für diese Universität verantwortlichen Politiker unternommen haben, um eine von ihr unabhängige Wissenschaftskultur ins Leben zu rufen. Im Focus steht dabei die Umwandlung der als Hochburg des Luthertums gegründeten Jenaer Hohen Schule zu einem Mittelpunkt des aufgeklärten Wissenschaftsverständnisses.
   Weitere Erörterungen gelten der Frage, wodurch sich die Jenaer Universität den Ruf erwerben konnte, ein "Freihafen" des Geistes zu sein. Und schließlich wird plausibel zu machen versucht, dass ihr Niedergang in den Jahren nach 1800 Folge einer ihrem Gedeihen abträglichen, aber unvermeidlichen Wissenschaftspolitik war. Vergleichende Betrachtungen über den Versuch der sachsen-ernestinischen Staaten, eine außeruniversitäre Wissenschaftskultur in ihren Territorien zu etablieren, runden die Darstellung ab.
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Sabine Schimma, Joseph Vogl (Hrsg.): Versuchsanordnungen 1800. Zürich: diaphanes, 2009.
Die gegenwärtige Wissenschaftsforschung hat Goethes naturwissenschaftlichen Studien und Experimenten neue und exemplarische Seiten abgewonnen. Demnach kann man hier eine ›science in the making‹ beobachten, die wissenschaftliche Praxis mit ästhetischer Reflexion verbindet und den Forschungsprozess zudem in einen Rahmen autobiographischer wie sozialer Selbstvergewisserung stellt.
   Ausgehend von Goethes Naturforschung und insbesondere seiner Farbenlehre begreift der Band verschiedene Versuchsanordnungen um und nach 1800 als Experimente über das Experimentieren, die herausragende Schauplätze für die Entstehung moderner Wissenschaften bieten: vom Menschenversuch bis zu den Lebenswissenschaften, von physiologischen Experimenten bis zur epistemischen Erprobung einer neuen Empirie. Die Aufsätze des Bandes entwerfen verschiedene - wissenschafts-, medien- und kulturhistorische - Perspektiven auf die Experimentalkultur Anfang des 19. Jahrhunderts.
   Mit Beiträgen von Safia Azzouni, Stefan Blechschmidt, Bernhard Dotzler, Jan Frercks, Michael Gamper, Jutta Müller-Tamm, Nicolas Pethes, Armin Schäfer, Sabine Schimma, Hubert Thüring und Joseph Vogl.
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Stefan Wallentin: Fürstliche Normen und akademische »Observanzen«. Die Verfassung der Universität Jena 1630-1730. Köln 2009.
Im Zentrum des Bandes steht die Universität Jena während ihrer frühneuzeitlichen Blütephase. Beleuchtet wird zum einen das Zustandekommen der Universitätsgesetze vor dem Hintergrund der komplizierten Struktur der ernestinischen Erhalterstaaten. Zum anderen wird die Universität vom Personalbestand bis hin zu den angegliederten Einrichtungen und Wirtschaftsbetrieben systematisch dargestellt. Dabei zeigt sich, dass das Verhältnis zwischen Universität und Landesherrschaft von einer erstaunlich intensiven Kommu­nikation geprägt war. Dennoch richtete sich die akademische Selbstverwaltung in der Praxis mehr an akademischen »Observanzen« als an landesherrlichen Dekreten aus.
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Temilo van Zantwijk: Heuristik und Wahrscheinlichkeit in der logischen Methodenlehre. Paderborn 2009.
Gibt es Regeln des Findens? In der Wissenschaftstheorie scheiden sich in diesem Punkt die Geister: vor allem kritische Rationalisten betrachten den context of discovery in erster Linie als ein Feld genialer, kreativer Einfälle, das allenfalls Thema einer Psychologie sein kann, für die Frage der logischen Rechtfertigung jedoch keine Rolle spielt. Dagegen werden in diesem Buch Bausteine einer rationalen Heuristik in der vormodernen Logik bei J. H. Lambert, J. F. Fries und B. Bolzano aufgewiesen. Die Problemgeschichte der logischen Methodenlehre zeigt, 1. dass die Lehre vom Finden (Heuristik) es nicht mit endgültiger Rechtfertigung, sondern mit begründeter Zustimmung unter Vorbehalt zu tun hat, 2. dass sich im Bereich begründeter Vermutungen nicht trennscharf zwischen Genese und Geltung der Erkenntnis unterscheiden lässt, 3. dass am Leitfaden einer Unterscheidung zwischen verschiedenen Folgerungstypen in Logik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Rhetorik Regeln des Findens bestimmt werden können, 4. dass für begründete Vermutungen nicht dieselbe behauptende Kraft verlangt werden darf, die logisch gerechtfertigte Aussagen aufweisen.
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