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Publikationen 2002


 
Katharina Middell: "Die Bertuchs müssen doch in dieser Welt überall Glück haben". Der Verleger Friedrich Justin Bertuch und sein Landes-Industrie-Comptoir um 1800. Leipzig 2002.
"Die Bertuchs müssen doch auf dieser Welt überall glück haben", schrieb Friedrich Schiller im August 1787. Friedrich Justin Bertuch (1741-1822) war nicht nur geheimer Sekretär und Schatullier des Weimarer  Herzogs Carl August sondern ein vielseitiger Geschäftsmann, der zu jenen bürgerlichen Unternehmern gehörte, die den allgemeinen Nutzen mit privaten Interessen gewinnbringend zu vereinen suchten. Sein handeln zielte darauf, in einer Residenzstadt, die durch große geistige und kulturelle Ausstrahlung von sich reden machte, wirtschaftlich allerdings recht rückständig war, innovative Strukturen zu schaffen. Sein "Landes-Industrie-Comptoir" wurde 1791 in Weimar gegründet. Unter den seinerzeit herrschenden Bedingungen blieb der Erfolg dieser Einrichtung als literarischer Verlag aber am größten. So wurde das "klassische Weimar" um 1800 auch zu einem respektabeln Verlagsort.
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Marcus Ventzke (Hrsg.): Hofkultur und aufklärerische Reformen in Thüringen. Die Bedeutung des Hofes im späten 18. Jahrhundert. Köln, Weimar, Wien 2002.

Am Ende des 18. Jahrhunderts suchten die Höfe des thüringischen Raumes - und hier besonders der Weimars - an den allenthalben wirksam werdenden reformabsolutistischen Veränderungen zu partizipieren und diese für eigene Zwecke zu nutzen. Ein Wandel des höfischen Wertegefüges und Selbstverständnisses war die Folge. Die an den Höfen lebenden Eliten wollten nicht länger Teil einer als "unnütz" Bezeichneten Lebensform "dekadenter Adelseliten" sein und darauf warten, durch die heraufziehende bürgerlich-konstitutionelle Zeit ins gesellschaftliche Abseits gedrängt zu werden. Vielmehr versuchten sie, die höfischen Institutionen und Ressourcen für neue Funktionen zu öffnen und sich auf diese Weise - auch vor dem Hintergrund eines permanenten Geldmangels - neu zu legitimieren.
   Die Beiträge des Bandes bieten somit einen völlig neuen Blick auf die Zeit der Spätaufklärung in Thüringen. Der Leser erfährt in detailreichen Schilderungen, dass Höfe sich für die lokale und überregionale Gesellschaft öffneten, an Reformdebatten teilnahmen oder politische Aufgaben komplementär zu einer mitunter schwerfälligen staatlichen Verwaltung erfüllten.
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Klaus Vieweg (Hrsg.): Gegen das "unphilosophische Unwesen". Das "Kritische Journal der Philosophie" von Schelling und Hegel. (Kritisches Jahrbuch der Philosophie, 7). Würzburg 2002.
200 Jahre nach dem erscheinen des 1. Heftes des von F. W. J. Schelling und G. W. F. Hegel herausgegebenen Kritischen Journals der Philosophie sollen neue Interpretationsansätze des philosophischen Gehalts der Beiträge vorgestellt werden. Dieses Journal, das ausschließlich Aufsätze aus der Feder von Schelling und Hegel enthält, gehört zweifellos zu den bedeutendsten philosophischen Zeitschriften überhaupt. Dieses Glanzstück des 'philosophischen Journalismus' mit seinem kritisch-polemischen und theoretisch folgenreichen Eingreifen in wichtige Debatten prägte in besonderer Weise das philosophische Denken am Beginn des 19. Jahrhunderts und ist ein Dokument des 'Symphilosophierens' der beiden Großmeister der Philosophie während ihrer gemeinsamen Jahre in Jena.
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