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Publikationen


2001

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Joachim Berger (Hrsg.): Der 'Musenhof' Anna Amalias. Geselligkeit, Mäzenatentum und Kunstliebhaberei im klassischen Weimar. Köln, Weimar, Wien 2001.
Herzogin Anna Amalia (1739-1807) ist als "Wegbereiterin der Weimarer Klassik" und als Förderin Goethes, Wielands und Herders bekannt. Dabei wurde allzu oft ein klischeehaftes oder idealisiertes Bild von ihrem kulturpolitischen und mäzenatischen Wirken gezeichnet. In dem vorliegenden Band wird die Legendenbildung um das klassische Weimar und seine fürstliche Gönnerin hinterfragt. Die Studien zeigen anschaulich, wie die einzelnen Künste (Musik, Literatur und Bildende Kunst) im Kreis um Anna Amalia zusammenwirkten, welche Konzepte von Geselligkeit sich hier verwirklichten, welche Fördermöglichkeiten die Fürstin als Mäzenin besaß und mit welchen Persönlichkeiten sie sich an ihrem Hof umgab. Zugleich werden die spezifischen Bedingungen am Weimarer Hof zur Zeit der Klassik in die allgemeine Entwicklung der höfischen Gesellschaft im 18. Jahrhundert eingebettet. Damit eröffnet sich ein neuer und differenzierter Blick auf das Phänomen des Musenhofes und seine berühmten und illustren Bewohner.
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Olaf Breidbach, Hans-Joachim Fliedner, Klaus Ries (Hrsg.): Lorenz Oken (1779-1851). Ein politischer Naturphilosoph. Weimar 2001.
Lorenz Oken (1779-1851) ist eine der zentralen gestalten der Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Bedeutung erlangte er an der Universität Jena als Naturphilosoph und politischer Professor, als Herausgeber der »Isis«, Initiator der »Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte« und nicht zuletzt durch seine umfassende »Allgemeine Naturgeschichte für alle Stände«.
Der vorliegende Band geht auf eine Tagung des Fachbereichs Kultur der Stadt Offenburg und des Sonderforschungsbereiches 482 »Ereignis Weimer-Jena. Kultur um 1800« zurück.
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Olaf Breidbach, Paul Ziche (Hrsg.): Naturwissenschaften um 1800. Wissenschaftskultur in Jena-Weimar. Weimar 2001.
Im Raum Jena-Weimar bildeten sich um 1800 wesentliche Aspekte des heutigen Konzepts von Naturwissenschaften heraus. Der Band zeichnet diese Entwicklung unter den Leitthemen »Naturphilosophie und Wissenschaften«, »Strukturen wissenschaftlicher Gesellschaften« und »Rezeption der Jenaer Naturforschung« nach.
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Georg Eckardt, Matthias John, Temilo van Zantwijk, Paul Ziche (Hrsg.): Anthropologie und empirische Psychologie um 1800. Ansätze einer Entwicklung zur Wissenschaft. Köln, Weimar, Wien 2001.
Die um 1800 aufgeworfenen anthropologisch-psychologischen Fragestellungen sind Gegenstand dieses Buches. Sie bildeten einen wichtigen Bestandteil der damaligen Wissenschaftskultur und wurden unter Namen wie »Empirische Psychologie«, »Erfahrungsseelenkunde«, »Experimentalseelenlehre« oder »Seelenphysik« abgehandelt. Das Spannungsverhältnis zwischen einem empirisch-erfahrungswissenschaftlichen und einem apriorisch-fundamentalphilosophischen Zugang zur Anthropologie bzw. Psychologie, wie es sich besonders im Ereignisraum Weimar-Jena verdichtete, steht im Mittelpunkt der Betrachtung. Das Buch vermittelt ein differenziertes Bild des anthropologisch-psychologischen Diskurses in jener Phase der Kultur und Wissenschaftsentwicklung, in der sich Aufklärung, Klassizismus, Klassik, Idealismus und Romantik überlagerten.

   
 
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Hans-Werner Hahn, Werner Greiling, Klaus Ries (Hrsg.): Bürgertum in Thüringen. Lebenswelt und Lebenswege im frühen 19. Jahrhundert. Rudolstadt 2001.
Der vorliegende Sammelband untersucht in zwölf biographisch angelegten Studien den Aufstieg des Bürgertums in Thüringen im frühen 19. Jahrhundert und fragt nach der Wechselwirkung von Individuum, Staat und Gesellschaft. Porträtiert werden u. a. der Jenaer Historiker Heinrich Luden als Typus des politischen Professors, die Jenaer Verlegerfamilie Frommann, der Mediziner und Leiter des Weimarer Landes-Industrie-Comptoirs, Ludwig Friedrich von Froriep, aber auch städtische Unternehmer und Industrielle wie Sebastian Lucius aus Erfurt, Nicolaus von Dreyse aus Sömmerda, der Gothaer Ernst Wilhelm Arnoldi und Christian Zimmermann aus Apolda, Repräsentanten des ländlichen Bürgertums wie die Pastoren Wilhelm Friedrich Schubert und Friedrich Wilhelm Schubert in Oppurg sowie Vertreter aus dem Umfeld des alten Handwerks. Dabei wird deutlich, daß sowohl das eingesessene Stadtbürgertum als auch die "neuen Bürgerlichen" einen wichtigen Anteil am modernisierungsgeschichtlichen Umbruch von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft hatten. Der Band legt zugleich die ersten Ergebnisse des seit 1998 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein gerichteten Sonderforschungsbereichs 482 "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" vor.
Hain Verlag

   
 
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Gerhard Müller, Klaus Ries, Paul Ziche (Hrsg.): Die Universität Jena. Tradition und Innovation um 1800. (Pallas Athene, 2). Stuttgart 2001.
Der Band präsentiert die Beiträge der Tagung, die der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereich 482 "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" vom 22.-24. Juni 2000 in Jena veranstaltet hat. An der Jenaer Universität wird gezeigt, dass hinter den verbreiteten Vorstellungen von der Blütezeit der klassischen deutschen Philosophie in Jena ein jahrzehntelanger Prozess der Kulturverdichtung stand, an dem die meisten deutschen und viele andere Wissenschaftler, Schriftstelle, und Künstler aus allen Teilen der Welt Anteil hatten. Der transdisziplinär angelegte Band fokussiert dabei unterschiedliche universitätshistorische Perspektiven sowie unterschiedliche Forschungsansätze von Historikern, Naturwissenschaftlern, Germanisten, Kunsthistorikern, Psychologen, Philosophen und Vertretern anderer Fächer. Es wird versucht, das im Geschichtsmythos der "Humboldtschen Universitätsreform" gipfelnde Paradigma eines linearen Aufsteigens zum "Berliner" Erfolgsmodell der deutschen Universität des 19. Jahrhunderts zugunsten einer differenzierteren Wahrnehmung der Mannigfaltigkeit der hochschgulgeschichtlichen Entwicklungswege in Deutschland um 1800 aufzubrechen.

2002

 
Katharina Middell: "Die Bertuchs müssen doch in dieser Welt überall Glück haben". Der Verleger Friedrich Justin Bertuch und sein Landes-Industrie-Comptoir um 1800. Leipzig 2002.
"Die Bertuchs müssen doch auf dieser Welt überall glück haben", schrieb Friedrich Schiller im August 1787. Friedrich Justin Bertuch (1741-1822) war nicht nur geheimer Sekretär und Schatullier des Weimarer  Herzogs Carl August sondern ein vielseitiger Geschäftsmann, der zu jenen bürgerlichen Unternehmern gehörte, die den allgemeinen Nutzen mit privaten Interessen gewinnbringend zu vereinen suchten. Sein handeln zielte darauf, in einer Residenzstadt, die durch große geistige und kulturelle Ausstrahlung von sich reden machte, wirtschaftlich allerdings recht rückständig war, innovative Strukturen zu schaffen. Sein "Landes-Industrie-Comptoir" wurde 1791 in Weimar gegründet. Unter den seinerzeit herrschenden Bedingungen blieb der Erfolg dieser Einrichtung als literarischer Verlag aber am größten. So wurde das "klassische Weimar" um 1800 auch zu einem respektabeln Verlagsort.
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Marcus Ventzke (Hrsg.): Hofkultur und aufklärerische Reformen in Thüringen. Die Bedeutung des Hofes im späten 18. Jahrhundert. Köln, Weimar, Wien 2002.

Am Ende des 18. Jahrhunderts suchten die Höfe des thüringischen Raumes - und hier besonders der Weimars - an den allenthalben wirksam werdenden reformabsolutistischen Veränderungen zu partizipieren und diese für eigene Zwecke zu nutzen. Ein Wandel des höfischen Wertegefüges und Selbstverständnisses war die Folge. Die an den Höfen lebenden Eliten wollten nicht länger Teil einer als "unnütz" Bezeichneten Lebensform "dekadenter Adelseliten" sein und darauf warten, durch die heraufziehende bürgerlich-konstitutionelle Zeit ins gesellschaftliche Abseits gedrängt zu werden. Vielmehr versuchten sie, die höfischen Institutionen und Ressourcen für neue Funktionen zu öffnen und sich auf diese Weise - auch vor dem Hintergrund eines permanenten Geldmangels - neu zu legitimieren.
   Die Beiträge des Bandes bieten somit einen völlig neuen Blick auf die Zeit der Spätaufklärung in Thüringen. Der Leser erfährt in detailreichen Schilderungen, dass Höfe sich für die lokale und überregionale Gesellschaft öffneten, an Reformdebatten teilnahmen oder politische Aufgaben komplementär zu einer mitunter schwerfälligen staatlichen Verwaltung erfüllten.
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Klaus Vieweg (Hrsg.): Gegen das "unphilosophische Unwesen". Das "Kritische Journal der Philosophie" von Schelling und Hegel. (Kritisches Jahrbuch der Philosophie, 7). Würzburg 2002.
200 Jahre nach dem erscheinen des 1. Heftes des von F. W. J. Schelling und G. W. F. Hegel herausgegebenen Kritischen Journals der Philosophie sollen neue Interpretationsansätze des philosophischen Gehalts der Beiträge vorgestellt werden. Dieses Journal, das ausschließlich Aufsätze aus der Feder von Schelling und Hegel enthält, gehört zweifellos zu den bedeutendsten philosophischen Zeitschriften überhaupt. Dieses Glanzstück des 'philosophischen Journalismus' mit seinem kritisch-polemischen und theoretisch folgenreichen Eingreifen in wichtige Debatten prägte in besonderer Weise das philosophische Denken am Beginn des 19. Jahrhunderts und ist ein Dokument des 'Symphilosophierens' der beiden Großmeister der Philosophie während ihrer gemeinsamen Jahre in Jena.
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2003

 
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Joachim Berger: Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach (1739-1807). Denk- und Handlungsräume einer 'aufgeklärten' Herzogin. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 4). Heidelberg 2003.
Im Alter von 16 Jahren kam die Braunschweiger Prinzessin Anna Amalia (1739-1807) nach Weimar. Kurz darauf wurde die noch unmündige Tochter zweifache Mutter, Witwe, Vorsteherin des Hofes und Landesregentin. Diese Biographie zeigt die Konflikte zwischen Anna Amalias persönlichen Interessen und den zeitgenössischen Erwartungen an eine Fürstin des Hochadels. Damit leuchtet sie die Denk- und Handlungsräume einer als 'aufgeklärt' geltenden Herzogin aus. Im wechselvollen Lebenslauf Anna Amalias verweben sich Künste, Geselligkeit, Reformpolitik, Pädagogik und Bildungsreisen, die Signa des 'aufgeklärten' 18. Jahrhunderts. Auf einer breiten Quellenbasis korrigiert die Biographie nicht nur festgefügte Legenden zum deutschen 'Erinnerungsort' Weimar. Sie verknüpft zudem die Kulturgeschichte der 'Weimarer Klassik' mit der Hofforschung und der Geschlechtergeschichte der Aufklärung. Mit einer darstellerischen Trennung des Lebenslaufs in einzelne 'Rollen' erschließt die Studie der historischen Biographik auch methodisch neue Wege.
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Dietrich Briesemeister, Harald Wentzlaff-Eggebert (Hrsg.): Von Spanien nach Deutschland und Weimar-Jena. Verdichtung der Kulturbeziehungen in der Goethezeit. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 3). Heidelberg 2003.
Die im Zusammenhang mit dem Sonderforschungsbereich "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" stehenden interdisziplinären Beiträge deutscher und spanischer Spezialisten aus Germanistik, Hispanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Ideengeschichte und Komparatistik untersuchen den deutsch-spanischen Kulturtransfer, das Spanienbild und die Aufnahme spanischer Literatur vor allem im Weimar der Goethezeit (1775-1832). Im Mittelpunkt stehen bisher wenig beachtete Aspekte der Kulturvermittlung, Autoren und Werke, wie etwa Carl F. Bahrdts 'spanischer Roman' "Álvaro und Ximenes", eine Reihe deutscher Übersetzungen von Quevedos Buscón und Bertuchs Beschäftigung mit den Fabeln Iriartes.
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Andrea Heinz (Hrsg.): Der Teutsche Merkur - die erste deutsche Kulturzeitschrift? (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 2). Heidelberg 2003.
Der Teutsche Merkur (1773-1810) war eine der erfolgreichsten Zeitschriften der Aufklärung und wurde vom Herausgeber Christoph Martin Wieland als Kulturzeitschrift konzipiert, in der alle Gebiete des menschlichen Wissens vertreten sein sollten. Der vorliegende Sammelband versucht diesem umfassenden Konzept durch einen interdisziplinären, kulturwissenschaftlichen Zugang gerecht zu werden. Er enthält Beiträge zur Programmatik des Teutschen Merkurs, zur Einordnung als Kulturzeitschrift oder Nationaljournal, zur Selbstverlagsidee und zum Lesepublikum. Ausgewählte Bereiche des Zeitschriften-spektrums wie schöne Literatur, Physiognomik, Reisebeschreibung, Theologie, Philosophie, Geognosie und Debatten zur "Sittlichkeit des Luxus" werden eingehend untersucht.
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abb2003-gud
Klaus Manger (Hrsg.): Goethe und die Weltkultur. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 1). Heidelberg 2003.
Im Ereignisraum von Weimar und Jena lässt sich ausgangs des 18. Jahrhunderts eine unvergleichliche Kulturverdichtung beobachten. Darin nimmt Goethes Werk dank seiner Vielseitigkeit eine Sonderstellung ein. Wer heute nach Goethe und der Weltkultur fragt, darf weder den literarischen und hier höchst gattungsdifferenzierten, noch den wissenschaftlichen, noch den politischen Goethe vernachlässigen. Der Band, der das wissenschaftliche Kolloquium des Sonderforschungsbereichs dokumentiert, sammelt die Beiträge unter den Schwerpunkten, die besonders Goethes Experimentalkultur, die von ihm aufgenommenen Kulturtraditionen sowie die politische Kultur berücksichtigen. Welche Denktraditionen, Strömungen, Entwicklungen haben bei ihm Spuren hinterlassen? In welcher Wirkungstiefe sind sie zu beobachten? Ihre Anverwandlung und Veranschaulichung prägten das kulturelle Gedächtnis um 1800. Als eine Art Motto gilt Goethes Monostichon: »Blumen reicht die natur, es windet die Kunst sie zum Kranze«.
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Horst Neuper (Hrsg.), Katarina Kühn, Matthias Müller (Mitarb.): Das Vorlesungsangebot an der Universität Jena von 1749 bis 1854. Teil I/II. Weimar 2003.
Die vorliegende Zusammenstellung des Vorlesungsangebots an der Universität Jena aus den Jahren 1749 bis 1854 ist ein Auszug aus einer Datenbank, die im Rahmen des durch die DFG geförderten Sonderforschungsbereichs 482 "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" von den Teilprojekten D1 und E2 zunächst für eine strukturgeschichtliche Auswertung des naturwissenschaftlichen und naturphilosophischen Lehrangebots der Universität Jena im Zeitraum 1785 bis 1807 angelegt, dann aber unter der Leitung von Horst Neuper auf das gesamte Lehrangebot ausgeweitet wurde. Sie bietet einen ersten und einfachen Zugang zu den in diesem Zeitraum jeweils zu Semesterbeginn angekündigten Veranstaltungen, wobei trotz intensiver Nachforschungen für acht Sommer- bzw. Wintersemester (1757/58, 1758, 1759, 1760, 1760/61, 1762, 1762/63, 1764/65) weder lateinische noch deutsche Vorlesungsverzeichnisse nachgewiesen werden konnten, so dass diese Semester in der vorliegenden Ausgabe fehlen. Als Materialienband konzipiert, gibt der Band in pragmatischer Form einen Überblick über die öffentlich angezeigten Veranstaltungen an der Universität Jena.
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Klaus Vieweg, Brady Bowman (Hrsg.): Wissen und Begründung. Die Skeptizismus-Debatte um 1800 im Kontext neuzeitlicher Wissenskonzeptionen. (Kritisches Jahrbuch der Philosophie, 8). Würzburg 2003.
Ohne die Bestimmung des wahren Verhältnisses des Skeptizismus zur Philosophie und ohne die Einsicht, daß mit jeder wahren Philosophie der Skeptizismus selbst aufs innigste eins ist und daß es also eine Philosophie gibt, die weder Skeptizismus noch Dogmatismus und also beides zugleich ist, können alle die Geschichten und Erzählungen und neuen Auflagen des Skeptizismus zu nichts führen.
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2004

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Angela Borchert, Ralf Dressel (Hrsg.): Das Journal des Luxus und der Moden: Kultur um 1800. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 8). Heidelberg 2004.
Das Journal des Luxus und der Moden wird seit einiger Zeit als wichtige kulturgeschichtliche Quelle unter den verschiedensten Forschungsperspektiven analysiert. Diese Vielseitigkeit der Fragestellungen, die an das über vierzig Jahre hinweg erscheinende Periodikum herangetragen werden, spiegelt sich auch in dem vorliegenden Sammelband. Die Beiträge thematisieren unter einer kulturhistorischen Perspektive unter anderem die Entstehungsbedingungen der Zeitschrift, ihr Verhältnis zu anderen zeitgenössischen Modezeitschriften und zum Weimarer Umfeld und nicht zuletzt inhaltliche Schwerpunkte sowie Mode- und Kulturbegriff, Illustrationspraxis, Literaturkritik oder Gartenbau.
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Gonthier-Louis Fink, Andreas Klinger (Hrsg.): Identitäten - Erfahrungen und Fiktionen um 1800. (Jenaer Beiträge zur Geschichte, 6). Frankfurt am Main [u.a.] 2004.
Der Band widmet sich erfahrenen und imaginierten, kollektiven und individuellen Identitäten und Identitätskonzepten der politischen und gesellschaftlichen Umbruchzeit um 1800. Diese strukturellen Phänomene und ihre Veränderungen werden hier aus der Perspektive unterschiedlicher Fächer von der Mitte des 18. bis ins 19. Jahrhundert verfolgt. Im Mittelpunkt der in die Themenbereiche Nation, Kultur, Geschlecht und Institutionen gegliederten Aufsätze stehen das Alte Reich und die deutsche Literatur. Da die französischen Verhältnisse die Vorstellungs- und Erfahrungswelten der Deutschen zu dieser Zeit prägten, werden allerdings auch sie häufig thematisiert. Die Studien zeigen, daß der politische und gesellschaftliche Wandel nicht nur zu Krisenerfahrungen führte, sondern auch neue, bislang kaum denkbare Identitätsprägungen ermöglichte. Funktionen und Erfahrungen begleiteten diesen Prozeß, indem sie einander bedingten oder auch widersprechend aufeinander einwirkten.
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Werner Greiling, Siegfried Seifert (Hrsg.): "Der entfesselte Markt". Verleger und Verlagsbuchhandel im thüringisch-sächsischen Kulturraum um 1800. Leipzig 2004.
Das Teilprojekt B4 "Friedrich Justin Bertuch" im Sonderforschungsbereich "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" führte am 11. Oktober 2002 ein wissenschaftliches Arbeitsgespräch zum Verlagswesen des thüringisch-sächsischen Kulturraums durch. Der vorliegende Tagungsband versammelt sechs der dort gehaltenen Vorträge in überarbeiteter und erweiterter Fassung. Ausgehend von Friedrich Justin Bertuch, dem Verleger und Gründer des "Landes-Industrie-Comptoirs" in Weimar, sowie von Johann Friedrich Cotta, dem "Großverleger" der Goethezeit, wurde das Verlagswesen im Umbruch vom 18. zum 19. Jahrhundert in einer geweiteten Perspektive in den Blick genommen.
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Stefan Matuschek (Hrsg.): Organisation der Kritik. Die Allgemeine Literatur-Zeitung in Jena 1785-1803. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 5). Heidelberg 2004.
Die "Allgemeine Literatur-Zeitung" ist die vergessene Größe der deutschen Literaturkritik um 1800. Erinnert werden bis heute nur ihre namhaften Beiträger (Kant, Fichte, Schiller, A. W. Schlegel) und ihre Vermittlerfunktion für den Kantianismus. Verwischt ist dagegen ihre eigene Kontur als progressives und führendes Organ wissenschaftlicher und ästhetischer Kritik. Alternativ zur personenorientierten Forschung bietet dieser Band eine strukturelle Beschreibung der A. L. Z. und ihrer "Organisation der Kritik": Anonymität, Vollständigkeit, Unparteilichkeit sind die Leitbegriffe eines aufklärerischen Kritikkonzeptes, das sich hier im Medium Zeitschrift mit universalem Anspruch institutionalisiert. Damit ist die A. L. Z. nicht nur der epochale Kontrasthintergrund, sondern auch die Voraussetzung für die romantische Kunst der Kritik in Deutschland. Zusammen mit den konzeptionellen werden rechts-, wissenschafts- und wirtschaftsgeschichtliche Aspekte dieses einflussreichsten Rezensionsjournals des ausgehenden 18. Jahrhunderts behandelt. Im Anhang enthält der Band bislang unveröffentlichte Redaktionsdokumente zur A. L. Z.
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Michael Maurer (Hrsg.): Das Fest. Beiträge zu seiner Theorie und Systematik. Köln, Weimar, Wien 2004.

Der Band ermöglicht vielfältige Einblicke in den Phänomenbereich des Festes, indem er Ansätze verschiedener Forschungsdisziplinen bündelt und systematisiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt einer Definition, die über den bloßen Gegensatz von Fest und Alltag hinausreicht. Neben der Situierung des Festes im Rahmen der Zeitkultur wird die Aufspaltung in Ritus und Spiel ebenso diskutiert wie Gemeinschaftsaspekte und Überschneidungen von Festanlässen, beispielsweise zwischen Politik und Religion. Als besonderes Desiderat erweist sich die Erstellung einer Formenlehre von Festen. In systematischem Zugriff werden sie eingeteilt in Feste des Lebenslaufes, des Jahresablaufes und in öffentliche Feste.
   Weitere Beiträge widmen sich der Annäherung verschiedener Wissenschaftsbereiche an das Phänomen. Dabei kommen theologische Ansätze einer Theorie des Festes ebenso zur Sprache wie soziologische, psychoanalytische und kulturwissenschaftliche.
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Igor J. Polianski: Die Kunst, die Natur vorzustellen. Die Ästhetisierung der Pflanzenkunde um 1800 und Goethes Gründung des Botanischen Gartens zu Jena im Spannungsfeld kunsttheoretischer und botanischer Diskussionen der Zeit. (Minerva. Jenaer Schriften zur Kunstgeschichte, 14). Köln 2004.
Der Schwerpunkt der interdisziplinär zwischen Kunst- und Wissenschaftsgeschichte angelegten Studie gilt der Erforschung von ästhetischen Implikationen der Historia naturalis im Ausgang der 18. Jahrhunderts. Das Thema wird auf Ebene Sachsen-Weimars am Beispiel des von J. W. von Goethe und A. J. G. K. Batsch 1794 gegründeten botanischen Gartens der Jenaer Universität betrachtet. Auf Anordnung Goethes wurde in Jena das damals umstrittene 'natürliche' Ordnungsprinzip eingeführt und eine scharfe Kontroverse von gesamteuropäischer Relevanz ausgelöst.Das Natursystem und die Landschaft werden in der Studie (unter anderem auch am Beispiel Alexander von Humboldts) aufeinanderbezogen und als zwei ästhetisch-typologisch fundiert Konstrukte definiert, die gemeinsam den Anspruch erhoben, die Naturwissenschaft holistisch zu erweitern und deshalb geradezu prädestiniert waren, sich in einem botanischenGarten wechselseitg zu erhellen.
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abb2004-zuu
Klaus Ries (Hrsg.): Zwischen Universität und Stadt. Aspekte demographischer Entwicklung in Jena um 1800. Jena 2004.
Die Stadt Jena stellt um 1800 - trotz ihrer Kleinräumigkeit  - ein wissenschaftskulturelles Zentrum von Deutschland dar. Eine neuere stadtgeschichtliche Studie liegt bislang nicht vor. Der vorliegende Band »Zwischen Stadt und Universität« will einen Beitrag zur bevölkerungsgeschichtlichen Entwicklung der Stadt Jena in der Umbruchszeit von 1770 bis 1820 leisten. Im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 482 »Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800«, der seit 1998 an der Friedrich Schiller Universität Jena arbeitet, wird die Erhebung des demographischen Datenmaterials für die Städte Jena und Weimar durchgeführt. Eine Auswertung des Jenaer Materials erfolgt in diesem Sammelband.
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abb2004-ikh
Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen (Hrsg.): "Ihre Kaiserliche Hoheit" Maria Pawlowna - Zarentochter am Weimarer Hof. [Eine Ausstellung der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen im Schloßmuseum Weimar, 20. Juni bis 26. September 2004]. Weimar 2004.

Maria Pawlowna zu Ehren richtete die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen anlässlich der 200. Wiederkehr ihres Einzuges in Weimar eine große Übersichtsschau in der Beletage des Weimarer Residenzschlosses aus, an jenem Ort, wo Maria Pawlowna einst residierte. Viele der mehr als 500 Exponate wurden zum ersten mal öffentlich präsentiert, darunter Prunkstücke aus der kostbaren Mitgift Maria Pawlownas sowie edles und aufwendig restauriertes Kunsthandwerk. Die Eremitage aus St. Petersburg und das niederländische Könighaus unterstützten die Ausstellung mit wertvollen Leihgaben.
   Der Katalog nimmt die inhaltliche Gliederung der Schau auf, mit der anhand prägnanter, ästhetisch reizvoller Ausstellungsobjekte das Leben und Wirken Maria Pawlownas in Weimar in seiner materiellen Kultur - soweit sie überliefert ist - vor Augen geführt wird.
   Eine begleitende CD-ROM dokumentiert ausführlich die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeitstagung, die als Vorbereitung der Ausstellung unterschiedliche Blickweisen aus Kunstgeschichte, Literatur- und Musikwissenschaft sowie Sozial-, Verfassungs- und Kulturgeschichte zusammenführte.
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abb2004-kdk
Astrid Urban: Kunst der Kritik. Die Gattungsgeschichte der Rezension von der Spätaufklärung bis zur Romantik. (Jenaer Germanistische Forschungen, N.F. 18). Heidelberg 2004.
Rezensionen sind bislang vor allem Hilfsmittel, kaum Gegenstand literaturwissenschaftlicher Forschung. Dabei herrscht allgemein Konsens darüber, dass gerade die Kritiken des späten 18. Jahrhunderts weit über den Status des Sekundären hinausgehen, den man der Gattung gewöhnlich zuschreibt. Die vorliegende Untersuchung stellt daher den Gattungsaspekt konsequent in den Vordergrund und berücksichtigt zugleich die Einbettung der Besprechungen in das Medium Zeitschrift. Die Gattungsgeschichte der Rezension, die die Autorin auf diese Weise entwirft, ermöglicht ein neues Verständnis der kanonischen Kritiken des ausgehenden 18. Jahrhunderts (Schillers Bürger-Rezension, A. W. Schlegels Kritiken in der ALZ, die Rezensionen im Athenaeum), sie trägt aber auch zur Erweiterung dieses Kanons bei und eröffnet damit neue Perspektiven auf die Entwicklung der kritischen Prosa in deutscher Sprache.
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Marcus Ventzke: Das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach (1775-1783). Ein Modellfall aufgeklärter Herrschaft? (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe, 10). Köln, Weimar, Wien 2004.

Sachsen-Weimar-Eisenach am Ende des 18. Jahrhunderts: Die ziemlich unbedeutende deutsche Provinz gerät in Bewegung. Bedrängt von den deutschen Großmächten Preußen und Österreich, benachteiligt durch Unterentwicklung und Ressourcenmangel, geprägt von dynastischer Unsicherheit, Ideenlosigkeit und Zukunftsangst, stemmt sich ein kleines Land gegen die Perspektivlosigkeit. Reformpläne und politische Gestaltungsvisionen drängen zur Umsetzung, die als Ausdruck für die Suche nach einem eigenen Weg in die Moderne gelten können. Das Buch untersucht die »Sattelzeit« jenes Weimarer »Reformabsolutismus«, der die mit viel Geld gestützte Staatsmodernisierung größerer (deutscher) Staaten kaum nachahmen konnte. Doch obwohl die Weimarer Reformideen nicht selten mehr Anspruch als Erfüllung waren, bildete sich eine politische Kultur aus, die den Kleinstaat im Zeitenwandel um 1800 sicherte.
    Der Autor hebt eindrücklich hervor, dass Weimar weder ein Modellstaat des »aufgeklärten Absolutismus« war noch eine besonders zähe Bastion des Ancien règime. Weimar war ein »normaler« Kleinstaat in der Spätzeit des Alten Reiches.
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Reinhard Wegner (Hrsg.): Kunst - die andere Natur. (Ästhetik um 1800, 1). Göttingen 2004.
Ausgangspunkt ist die botanische Forschung als eine der Leitwissenschaften des späten 18. Jahrhunderts. Die von der Botanik gelieferten Systementwürfe nahmen auch Einfluss auf die Ordnungskriterien der Kunst. Aus der Perspektive der Literaturwissenschaft, der Philosophie, der Wissenschaftsgeschichte, der Botanik und der Kunstgeschichte werden die unterschiedlichen Modelle von Systementwürfen zwischen normativem Regelwerk und den sich selbst bildenden, schöpferischen Kräften der Natur und Kunst als die wesentlichen Bestimmungen einer neuen Weltsicht deutlich.
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2005

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Thomas Bach, Olaf Breidbach (Hrsg.): Naturphilosophie nach Schelling. (Schellingiana, 17). Stuttgart-Bad Cannstatt 2005.
Naturphilosophie war nach und mit Schelling Teil einer umfassenden Diskussion um die Bewertung des Naturbildes, eine Bestimmung der Position der Wissenschaften und der Anthropologie. Der Band ist als Handbuch konzipiert, in dem diese verschiedenen, zum Teil kontroversen Positionen zur Naturphilosophie umfassend dargestellt werden. Er erschließt als Autorenlexikon die relevanten Konzeptionen der Naturphilosophie und informiert über die Biographien und die Werke der deutschsprachigen Autoren bis 1860.
Die Artikel zu den einzelnen Autoren (u.a. Hermann Helmholtz, Joseph von Görres, Andreas Röschlaub, Franz Joseph Schelver, Arthur Schopenhauer, Henrik Steffens, Ignaz Paul Vital Troxler) sind von ausgewiesenen Fachleuten verfasst.
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abb2005-sir
Thomas Bach (Hrsg.): Schelling in Rußland. Die frühen naturphilosophischen Schriften von Daniil Michajloviè Vellanskij (1774-1847). Marburg (Lahn) 2005.
Für die Genese der Naturwissenschaften des 19. Jahrhunderts waren die um 1800 unternommenen Neubestimmungen der einzelnen Wissenschaftsdisziplinen und Wissensgebiete von entscheidender Bedeutung. Zentral war dabei insbesondere die von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) konzipierte und mit nur geringer zeitlicher Verzögerung breit rezipierte idealistische Naturphilosophie, insofern die einzelnen Wissenschaften sich in ihren methodischen Ansätzen entweder an die Naturphilosophie anlehnten oder von ihr abgrenzten.
Wie das Beispiel Daniil M. Vellanskijs (1774-1847) zeigt, blieb diese Diskussion der Naturphilosophie nur nicht auf Deutschland oder den deutschsprachigen Raum beschränkt, sondern wurde im Jahr 1805 durch Vellanskijs Proljuzija k medicine kak osnovatel'noj nauke (Prolusion zur Medizin als Grundwissenschaft) auch in den russischen Sprachraum eingeführt.
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Markus Bertsch, Johannes Grave (Hrsg.): Räume der Kunst. Blicke auf Goethes Sammlungen. (Ästhetik um 1800, 3). Göttingen 2005.
Anders als das umfangreiche literarische Werk Goethes sind die von ihm zusammengetragenen oder betreuten Sammlungen noch kaum systematisch untersucht worden. Die im Goethehaus verwahrten Graphiken, Zeichnungen, Skulpturen, Münzen, Medaillen, Gemmen und Gemälde, aber auch die Objekte der Mineralogie, Botanik, Osteologie und anderer Wissensgebiete lassen sich in ihrer Vielzahl nur durch Studien zum Sprechen bringen, die Disziplinengrenzen überschreiten. Die versammelten Beiträge eröffnen Wege zum Verständnis einzelner Teilsammlungen. Im Zentrum steht dabei der Kunstbesitz Goethes. Um aber die Spezifik seines Sammelns besser zu erfassen, ergänzen Beiträge zu den naturkundlichen Beständen des Dichters das Spektrum.
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Brady Bowman, Klaus Vieweg (Hrsg.): Johann Friedrich Ernst Kirsten. Grundzüge des neuesten Skepticismus and related writings. Paderborn, München 2005.
Jena scheint wirklich im Reiche der Philosophie ungefähr die Rolle zu spielen, die die Hauptstädte im Reiche der Mode zu spielen pflegen. Immer fängt in der Provinz die neue Mode an getragen zu werden, wenn sie eben in der Hauptstadt durch die neueste verdrängt worden ist ... (F. K. Forberg)

Die versammelten Texte dokumentieren eindrucksvoll die Vielfalt und das kreative Durcheinander im geistigen Leben Jenas um 1800. Sie erscheinen zum ersten Mal in einer vollständigen kommentierten Edition; die Briefe zwischen Schulze und Friedrich Nicolai werden hier erstmalig gedruckt. Neben der Neuedition der Grundzüge des neuesten Skepticismus (1802) von Johann Friedrich Ernst Kirsten ergänzen Kirsten und Wilhelm Traugott Krug sowie Briefe von Friedrich Karl Forberg und Gottlob Ernst Schulze den Blick hinter die Kulissen u.a. der frühen Auseinandersetzungen um die kantische und nachkantische Philosophie.
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Lars Deile, Johanna Sänger (Hrsg.), Ulrike Alberti (Mitarb.): Spannungsreich und freudevoll. Jenaer Festkultur um 1800. Köln, Weimar, Wien 2005.
Höhepunkte des öffentlichen Lebens - so stellen sich die vielfältigen Feste der Universitätsstadt Jena zwischen 1760 und 1840 dar. Dynastische und kirchliche Feierlichkeiten, studentische Vergnügungen und akademische Rituale, Vogelschießen und Vereinsfeste waren willkommene Einschnitte im Alltag der Bürger. Besondere Aufmerksamkeit wird in diesem band den Spannungen zwischen den Beteiligten zuteil. Dabei gehen die Beiträger politischen Konflikten ebenso nach wie aufklärerischen Disziplinierungsbemühungen und Beschränkungen der Restaurationszeit. Darüber hinaus ermöglicht die bandbreite der untersuchten Feste Aussagen zum Wandel vom ständisch geprägten zum Vereinsfest, zu den Handlungsräumen von Frauen, zur Beziehung zwischen Fest und städtischem Raum sowie zur Gelegenheitsdichtung.
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Julia Frindte, Siegrid Westphal (Hrsg.): Handlungsspielräume von Frauen um 1800. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 10). Heidelberg 2005.
Um 1800 gaben weder die aufklärerischen Diskurse eindeutige Geschlechtsidentitäten vor, noch waren Frauen in der sozialen Praxis allein auf den Bereich des Hauses verwiesen. Vielmehr bildeten sie einen selbstverständlichen Teil des kulturellen Lebens und nahmen darin mitunter sogar einen zentralen Platz ein.
   Der vorliegende Band unternimmt es, mit Hilfe des Begriffs Handlungsspielraum verschiedene Bereiche der Gesellschaft um 1800 in den Blick zu nehmen, die bisher noch nicht so intensiv wie beispielsweise die schriftstellerische Tätigkeit von Frauen erforscht worden sind. Die Beiträge aus den Literatur-, Natur-, Geschichts- und Theaterwissenschaften spiegeln die Vielfalt der Handlungsspielräume von Frauen wider und konzentrieren sich besonders auf die Faktoren, die Handlungsspielräume beeinflussen konnten. Auf diese weise wird eine erweiterte Perspektive auf die Art und Weise der Teilhabe von Frauen um 1800 möglich.
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Werner Greiling, Andreas Klinger, Christoph Köhler (Hrsg.): Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Ein Herrscher im Zeitalter der Aufklärung. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe, 15). Köln, Weimar, Wien 2005.

Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1745-1804) galt seinen Zeitgenossen als »Vertrauter der Gelehrsamkeit«, als »Kenner der Künste und der Wissenschaften« sowie als deren »hoher Gönner und Beförderer«. Obgleich sein Bekanntheitsgrad inzwischen eher gering ist, entgeht auch dem heutigen Betrachter nicht seine Bedeutsamkeit für die Entwicklung von Wissenschaft, Kunst und Kultur.
   Die Beiträge dieses Bandes beleuchten die mannigfachen Facetten des Lebens und Wirkens eines kleinstaatlichen Herrschers um 1800 und rekurrieren dabei ausführlich auf die Themenkomplexe »Herrschaft und Politik«, »Residenz und Hof«, »Bildung. Erziehung und Wissenschaft« sowie »Gotha als Zentrum der Aufklärung«. Dabei wird deutlich, dass Gotha ein eigenständiges politisches und kulturelles Zentrum war, das heute zu Unrecht allzu sehr im Schatten der Nachbarresidenz Weimar steht.
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Hans-Werner Hahn, Dieter Hein (Hrsg.): Bürgerliche Werte um 1800. Entwurf - Vermittlung - Rezeption. Köln, Weimar, Wien 2005.
Die zentrale Rolle, die der Formulierung und Vermittlung bürgerlicher Werte wie Bildung, Arbeit, Selbständigkeit im Übergang zur modernen bürgerlichen Gesellschaft zukam, steht im Blickfeld der hier versammelten Beiträge. Aus verschiedenen Perspektiven wird versucht, die Komplexität des bürgerlichen Wertediskurses in der Epoche um 1800 sowie die Prozesse der Verbreitung und Aneignung zu erschließen. Es geht dabei um die Werte selbst, die bürgerlichen Werteproduzenten, die Vermittlungsinstanzen und schließlich um die Rezipienten und Rezeptionsprozesse. Ferner wird die Bedeutung der Region Weimar-Jena in der Wertediskussion dieser Zeit und des damit verbundenen bürgerlichen Aufbruchs betrachtet.
Deutlicher als bisher in der Forschung dargelegt, zeigen die Beiträge, dass man weder von einem normativen Begriff bürgerlicher Werte noch dem Bild eines feststehenden Wertekanons ausgehen kann, sondern die einzelnen Werte in ihrer Eigenart und ihrer Wirkung auf das sich neu bildende Bürgertum differenzierter beurteilen muss.
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Andrea Heinz, Jutta Heinz, Nikolas Immer (Hrsg.): Ungesellige Geselligkeit. Festschrift für Klaus Manger. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 12). Heidelberg 2005.
In seinem geschichtsphilosophischen Entwurf Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht legt Immanuel Kant der gesamten geschichtlichen Entwicklung der Menschheit einen unauflösbaren Widerspruch zugrunde: Die Natur selbst habe den Menschen mit einer »ungeselligen Geselligkeit« ausge-stattet, die ihn gleichzeitig dazu treibe, sich zu vergesellschaften und zu vereinzeln. Erst aus dem permanenten, spannungsgeladenen Konflikt beider Triebkräfte entstehe die menschliche Kultur; nur auf diesem Wege erreiche die menschliche Gattung ihre Vollkommenheit.
An diesem »Antagonism« haben sich Philosophie, Geschichte und Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart abgearbeitet. Von Anbeginn wurden in diesem Zusammenhang Themen wie Weltbürgertum und Weltkultur, Perfektibilität und Pädagogik, Menschenfreundschaft und Menschenfeindschaft, Gespräch und Gedächtnis mitverhandelt. Dies alles sind auch zentrale Themen der wissenschaftlichen Arbeiten von Klaus Manger sowie des von ihm ins Leben gerufenen und geleiteten Sonderforschungsbereichs »Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800«.
Der vorliegende Band versammelt die Beiträge eines Kolloquiums zum Thema »Ungesellige Geselligkeit«, das im November 2004 zu Ehren von Klaus Mangers 60. Geburtstag in Jena stattfand. Philosophen, Historiker, Kultur- und Wissenschaftshistoriker, Komparatisten und Germanisten vereinten sich dabei zu einem transdisziplinären Dialog.
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Martin Keßler, Volker Leppin (Hrsg.): Johann Gottfried Herder. Aspekte seines Lebenswerks. (Arbeiten zur Kirchengeschichte, 92). Berlin, New York 2005.
Der Band versammelt Beiträge des Kongresses zum 200. Todestag Herders, der im Dezember 2003 in Weimar als gemeinsames Projekt der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen und des Sonderforschungsbereichs 482 "Ereignis Weimar - Jena. Kultur um 1800" stattfand. Die Beiträge stellen unter interdisziplinären Gesichtspunkten (Germanistik, Geschichte, Pädagogik, Philosophie, Romanistik, Theologie) das theologische Schaffen Herders in den Mittelpunkt. Das Themenspektrum reicht dabei von seiner exegetischen Arbeit über die Pantheismusfrage bis hin zu Herders Tätigkeit im Kirchen- und Schulwesen Weimars.
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Klaus Manger: Das Ereignis Weimar-Jena um 1800 aus literaturwissenschaftlicher Sicht. Sitzungsberichte der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Philologisch-historische Klasse, Bd. 139, H. 5. Stuttgart, Leipzig 2005.
Mit der "Kernzone der deutschen Klassik" wären wir allein auf die Jahre zwischen Goethes und Friedrich Schillers Freundschaftsbund im Jahre 1794 und Schillers Tod 1805, außerdem vorrangig auf diese beiden Autoren gewiesen. Einerseits überschneiden sich jedoch Aufklärungs- und Kklassikepoche, Goethezeit, Klassizismus, Idealismus, Romantik, gerade wenn wir auf die Weimarer Aufklärer und die Jenaer Romantiker blicken. Andererseits sind neben Wieland, Goethe, Herder, Schiller zahlreiche weitere Autorinnen und Autoren, auch Künstler, Musiker, außerdem Ärzte, Juristen, Wissenschaftler, Verleger, sogar ein frühliberaler Unternehmer wie Friedrich Justin Bertuch beteiligt. In den vergangenen Jahren intensiver Forschungen, seit 1998 der Sonderforschungsbereich 482: "Ereignis Weimar - Jena. Kultur um 1800" seine Arbeit aufgenommen hat, haben sich die Vorteile des Ereignisbegriffes als eines gemeinsamen Daches für die Gesamtkonstellation gezeigt, da er den beteiligten Fächern neue Perspektiven für eine innovative, fruchtbare und vor allem disziplinübergreifende Auseinandersetzung mit bisherigen Erklärungsmodellen bietet.
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Klaus Manger, Gottfried Willems (Hrsg.): Schiller im Gespräch der Wissenschaften. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 11). Heidelberg 2005.
Am 9. Mai 2005 jährte sich zum 200. Mal der Todestag Friedrich Schillers. Das Jenaer Studium generale wollte im Wintersemester 2004/05 alle, die sich für den Namenspatron und berühmtesten Professor der Friedrich Schiller Universität interessieren, mit einer Reihe von Vorlesungen in das Gedenkjahr begleiten, die ihnen einen Eindruck davon vermitteln, wie sich das Werk Schillers heute aus der Perspektive verschiedener Wissenschaften darstellt.
In einzelnen Studien setzen sich Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit Schillers Werk unter philosophischer, medizinischer, historischer, dramatischer und juristischer Perspektive sowie mit dem Ende der Nationalfigur bei den Schiller-Feiern vor einem halben Jahrhundert auseinander. Bei Schiller-Feiern im 21. Jahrhundert werden keine Glocken mehr geläutet. Doch seine Aktualität erweist sich als staunenswert beständig.
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Gerhard Müller, Thomas Pester (Verf.); Jürgen John, Helmut G. Walther (Hrsg.): Konstitutionalisierung und Universitätsreform: Die Statuten und Gesetze für die Universität Jena von 1817 bis 1821. Teilband 1: Dokumente. [Quellen und Beiträge zur Geschichte der Universität Jena; Bd. 3/IV.1]. 2005.

 
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Katja Regenspurger, Temilo van Zantwijk (Hrsg.): Wissenschaftliche Anthropologie um 1800? Stuttgart 2005.
Acht eng auf einander bezogene Beiträge untersuchen Konzeptionen einer wissenschaftlichen Anthropologie am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Dabei steht der Raum Weimar-Jena im Mittelpunkt, wo Philosophie und Naturforschung den Übergang von Naturgeschichte zur Naturwissenschaft maßgeblich mitgestaltet haben. Die philosophische Bestimmung des Menschen kann sich für Fichte im Anschluß an Kant nicht mehr auf empirische Erkenntnisse stützen: Was der Mensch aus sich machen kann und soll ist für ihn die Frage nach dem richtigen Gebrauch der Freiheit, die nichts mit der natürlichen Existenz des Menschen zu tun hat. Die Frage aber bleibt: Was macht die Natur aus dem Menschen? Besonders Medizin und Psychologie stellen sie mit neuem wissenschaftlichem Anspruch. Die Wissenschaft vom Menschen ist als krönender Abschluß einer allgemeinen Wissenschaft des Lebens gedacht. Im Ringen um die Bestimmung einer neuen Disziplin wird der Anthropologiebegriff einer der aspektreichsten Analysen unterzogen, die er je erfahren hat.
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Julia A. Schmidt-Funke: Auf dem Weg in die Bürgergesellschaft. Die politische Publizistik des Weimarer Verlegers Friedrich Justin Bertuch. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe, Bd. 16). Köln, Weimar, Wien: 2005.
Das Wirken des Verlegers Friedrich Justin Bertuch (1747-1822) fällt in eine Umbruchszeit, in der sich tiefgreifende Veränderungen der Lebensverhältnisse vollzogen. Ihm gelang in dieser Zeit ein eindrucksvoller Aufstieg zu einem erfolgreichen Großunternehmer, der in seinem Verlag mit angeschlossener Druckerei zahlreiche Angestellte beschäftigte. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Wieland, Goethe Herder und Schiller war Bertuch als einflussreicher Herausgeber tätig. Durch sein Engagement und mit Hilfe seiner vielgelesenen Periodika verlieh er der kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung auf städtischer und nationaler Ebene bedeutende Impulse. In dieser detailreichen biographischen Studie werden seine Ambitionen und Möglichkeiten ergründet.
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Reinhard Wegner (Hrsg.): Kunst als Wissenschaft. Carl Ludwig Fernow - ein Begründer der Kunstgeschichte. (Ästhetik um 1800, 2). Göttingen 2005.
Carl Ludwig Fernow (1765-1808) kehrte 1803 von einem ertragreichen mehrjährigen Aufenthalt in Rom zurück, um dem Ruf an die Jenaer Universität zu folgen. Hier befasste er sich mit Goethes Aktivitäten im Bereich der bildenden Kunst. Fernows kurze Lehrtätigkeit initiierte die Verankerung der Kunstgeschichte als wissenschaftliche Disziplin an der Universität.
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2006

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Ralf Beuthan (Hrsg.): Geschichtlichkeit der Vernunft beim Jenaer Hegel. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 9). Heidelberg 2006.
Nachdem die Aufklärung die Geschichte als Gegenstand der Philosophie entdeckt hatte, stellte sich in der Folge die Frage, was denn Geschichte überhaupt sei. Eine Frage, die in dem vom frühen Kantianismus beeinflussten Diskussionskontext Weimar-Jena um 1800 mit einem entscheidenden Problem verknüpft war: Wie verträgt sich der Begriff der Geschichte mit der Einheit der Vernunft? Der Jenaer Hegel (1801-1807) kommt zu der fortan aus der Diskussion nicht mehr wegzudenkenden These, dass Geschichtlichkeit sich nicht nur mit der Einheit der Vernunft verträgt, sondern ein Grundzug der Vernunft selbst ist. - Der vorliegende Sammelband will für diese Hegelsche These wichtige systematische Vorraussetzungen, historische Hintergründe und Streitpunkte sowie entwicklungsgeschichtliche Probleme beleuchten.
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abb2006-dfs
Brady Bowman, Klaus Vieweg (Hrsg.): Die freie Seite der Philosophie. Skeptizismus in Hegelscher Perspektive. (Kritisches Jahrbuch der Philosophie 2005, 10). Würzburg 2006.
Dieser band versammelt Beiträge, die Hegels produktive Auseinandersetzung mit dem Skeptizismus aus unterschiedlicher Perspektive beleuchten. Die darin enthaltenen vergleichenden Studien setzen Hegels Skeptizismus-Deutung in ein kritisches Verhältnis zu den Auffassungen seiner Zeitgenossen (Kant, Jacobi, Bouterwek u.a.), ziehen aber auch Verbindungslinien zur neueren Forschung über die antike Skepsis, zum Zen-Buddhismus und zu R. Brandoms pragmatischer Aneignung Hegelscher Motive. Einen besonderen Schwerpunkt bildet praktische Dimension des Skeptizismus bei Hegel - radikale Skepsis als eine Form menschlicher Freiheit.
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Olaf Breidbach: Goethes Metamorphosenlehre, München 2006.
Breidbach behandelt Goethes Metamorphosenlehre wissenschaftshistorisch. Botanik ist für Goethe Teil einer natur, die auch in ihren einzelnen Gewächsen als ein Ganzes zu begreifen ist. Entsprechend ist an diesen dann auch die ganze Natur demonstrierbar. Folglich wird eine Lehre, die die Gestalt dieser Natur im Einzelnen aufweist, zu einer lehre, die unser Erfahren insgesamt darstellt. In dieser Erfahrungslehre wird die Natur der Pflanze zu einem Exempel nicht nur der Naturgeschichte, sondern des Ganzen einer Natur, was bei Goethe das All des Erfahrbaren meint. Die Metamorphosenlehre strukturiert damit nicht nur die Erfahrung der Natur, sondern auch die der in ihr erwachsenen Kultur. In ihr wird Geschichte nicht als fortwuchernder Prozess, sondern als eine sich in der Zeit entäußernde Bestimmung des Möglichen gedacht.
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Gerd Breitfelder: Johann Carl Wilhelm Voigt - seine wissenschaftliche Anschauung, Kommunikation und Kooperation als Mineraloge des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Aachen 2006.

"Ich setze durchaus voraus, der Staat muß allen Bergbau selbst betreiben. Große Gegenstände erfordern große das Ganze angehende Mittel. Das Flickwerk der einzelnen armen unbeständigen Gewerkschaften nützt und führt zu nichts ersprieslichem." (Johann Carl Wilhelm Voigt 1821)
   Der Neptunismus- Plutonismus- Streit beherrscht die Wissenschaftsgeschichte der Mineralogie von den 1780er Jahren bis zu seinem Höhepunkt am Anfang der 1790er Jahre. In diesem Zusammenhang ist auch die Auseinandersetzung zwischen Johann Carl Wilhelm Voigt und Abraham Gottlob Werner um die Basaltentstehung, der so genannte "Basaltstreit", einzuordnen. Dieser öffentlich ausgetragene wissenschaftliche Streit überdeckt bis heute Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen Neptunisten und Plutonisten.
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Johannes Grave: Der "ideale Kunstkörper". Johann Wolfgang Goethe als Sammler von Druckgraphiken und Zeichnungen. (Ästhetik um 1800, 4). Göttingen 2006.
»Nicht von der Kunst in abstracto« hielt Goethe 1788 als Vorsatz in seinem Notizbuch fest. Nach dem Erlebnis seiner Italienreise wollte er auf jegliche Form kunsttheoretischer Spekulation verzichten, die nicht von den konkreten Kunstwerken ausgeht. Die Maxime lässt keinen Zweifel daran, dass Goethes Schriften zur Kunst ohne die Anschauung von Kunstwerken nicht zu verstehen sind. Wer sie nur liest, bleibt blind. Wie konsequent Goethe an seinem Vorsatz festhielt, zeigen seine umfangreichen Sammlungen. Die Druckgraphiken und Zeichnungen bieten eine Fülle von Material, die es Goethe ermöglichte, von einer anschaulichen Kunstgeschichte auf ein »Ganzes der Kunst« zu schließen. Der Kunsthistoriker Johannes Grave schildert Goethes Beschäftigung mit den Kunstwerken, um nach dem Profil und Konzept seiner graphischen Sammlung zu fragen. Die Sammlung erweist sich dabei als Ort einer »morphologischen« Kunstbetrachtung, die ein Kunstideal einholen sollte, das dem Kunstschaffen und der Ästhetik um 1800 nicht mehr zugänglich war.
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Jutta Heinz: Narrative Kulturkonzepte. Wielands Aristipp und Goethes Wilhelm Meisters Wanderjahre. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 13). Heidelberg 2006.
Was ist Kultur? Je mehr wissenschaftliche Disziplinen sich um das neue Paradigma »Kulturwissenschaften« formieren, desto komplexer werden die Antworten auf diese einfache Frage. Die vorliegende Untersuchung will einen genuin literaturwissenschaftlichen Beitrag zu einer allgemeinen Kulturtheorie leisten. Sie analysiert zwei Monumentalromane der Weltliteratur - Wielands Aristipp und einige seiner Zeitgenossen und Goethes Wilhelm Meisters Wanderjahre - als Beispiele narrativ vermittelter Kulturkonzepte. Dabei werden auch grundlegende kulturgeschichtliche, −soziologische, −philosophische und −anthropologische Aspekte des Begriffs diskutiert sowie die kontroversen Debatten um eine kulturwissenschaftliche Umorientierung der Germanistik dargestellt.
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Klaus Manger (Hrsg.), Nikolas Immer (Mitarb.): Der ganze Schiller - Programm ästhetischer Erziehung. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 15). Heidelberg 2006.
Die vorliegende Bilanz steuert auf die Kohäsion all jener Facetten zu, über die Friedrich Schiller (1759-1805) als promovierter Mediziner, Anthropologe, Lyriker, Erzähler, Essayist, Universalhistoriker, Philosoph, Publizist, vorrangig aber als Dramatiker gewirkt hat.
Er verfolgt „das Total der menschlichen Natur“.
Neue Entdeckungen, sagt Schiller in seiner Jenaer Antrittsrede, „entzücken den philosophischen Geist“. Sein allumfassender, allbelebender Genius, den ihm die Zeitgenossen zusprechen, verlangt aus Sicht der unterschiedlichen Disziplinen nach einer Klärung, auf welche Weise er der Menschheit am nützlichsten sein könne. Schillers sich durch sein Wirken hindurchziehende unermüdliche ästhetische Erziehung gibt eine Antwort darauf. Seine Würdigung Goethes, wie dessen Geist das reiche Ganze seiner Vorstellungen in einer schönen Einheit zusammenhalte, bleibt mustergültig.
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Klaus Manger, Ute Pott (Hrsg.): Rituale der Freundschaft. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 7). Heidelberg 2006.
'Die Freundschaft ist eine Glückseligkeit' (Klopstock) und das Aufklärungsjahrhundert ein Jahrhundert der Freundschaft. Symbolorte der Freundschaft sind rar. Freundschaft ist nicht ortsgebunden. Doch scheint sie in besonderem Maße mit Dichterklausen, Künstlerateliers oder Komponistenstuben verknüpft, deren Bewohner sie zu bedeutenden Gedächtnisorten machen. Rituale der Freundschaft lassen sich wie sonst nirgends im Halberstädter Freundschaftstempel nachvollziehen, zu dem Johann Wilhelm Gleim (1719-1803) sein Wohnhaus seit Mitte des 18. Jahrhunderts umgewidmet hat.
Rituale, insbesondere die literarisierten, wollen in Erinnerung rufen, tradieren, lebendig halten. Ritualerstarrung und Ritualdynamik liegen in dauerndem Widerstreit. Der Gedanke des Halberstädter Freundschaftstempels ist so nicht wiederholbar. Dagegen ist das, was die großen Weimarer, gleichfalls aus dem Geiste der Freundschaft heraus, um 1800 geschaffen haben, sehr wohl fortsetzbar. Über die im Zeichen der Freundschaft stehenden besonderen Formen sozialer Kommunikation wie Gesten, Widmungen, Briefe oder Dichtungen gibt der vorliegende Band Auskunft.
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Klaus Manger: Wielands Erfindung Weimars. (Oßmannstedter Blätter, 1). Jena 2006.
Die Oßmannstedter Blätter, herausgegeben von Klaus Manger und Jan Philipp Reemtsma, erscheinen in loser Folge als Publikationen der Wieland-Arbeitsstelle und sind im Museum des Wielandguts Oßmannstedt erhältlich.
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Katharina Middell: "Dann wird es wieder ein Popanz für Otto." Das Weimarer Landes-Industrie-Comptoir im Übergang zum Familienunternehmen (1800-1830). Leipzig 2006.
Das Landes-Industrie-Comptoir in Weimar wurde nach seiner Gründung 1791 rasch zu einem Verlag von Überregionaler Bedeutung. Der ungemein dichte Briefwechsel seines Gründers Friedrich Justin Bertuch (1747-1822) mit Verlagsautoren und Buchhändlern, mit anderen Verlegern und dem eigenen Nachfolgern Carl Bertuch (1777-1815) und Ludwig Friedrich Froriep (1779-1847) er möglicht Einsichten in weitreichende Kommunikationsnetze und in den Alltag eines Verlages. Dieses Buch eröffnet Einblicke in ein bedeutendes Verlagsprogramm im frühen 19. Jahrhundert, in die Nöte deutscher Verlage während der napoleonischen Besetzung und schildert die Konflikte eines Verlegers wider Willen, des passionierten Mediziners und Universitätsprofessors Froriep, der 1815 in den Familienbetrieb eintreten und ihn in der Folge allen übernehmen musste.
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Gerhard Müller: Vom Regieren zum Gestalten. Goethe und die Universität Jena. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 6). Heidelberg 2006.
Der Staatsmann und Politiker Goethe sorgt noch immer für Kontroversen. Wie verhielt sich Goethes dichterisches Werk zu seinem politisch-historischen Denken und zu seiner politischen Praxis als Minister eines deutschen Kleinstaates?
Das vorliegende Buch trägt zur Klärung dieser Frage bei, indem es einen konkreten Ausschnitt aus Goethes amtlicher Tätigkeit, seine Einflussnahme auf die Universität Jena über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg kontinuierlich und detailliert untersucht. Goethes Wirksamkeit auf den Gebieten der Wissenschafts- und Berufungspolitik des Weimarer Hofes und sein Anteil am Aufstieg der Jenaer Universität zu einer der geistig führenden deutschen Hochschulen der 1790er Jahre werden dabei ebenso thematisiert wie sein ambivalentes Verhältnis zu den Autonomiebestrebungen der akademischen Korporation.
So entsteht das Bild eines höchst problematischen Spannungsverhältnisses von Lehr- und Wissenschaftsfreiheit und politischer Kontrolle, von aufklärerisch-humanistischer Reformintention und Staatsräson, aber auch das eines Staatsmannes, der sich den Erfordernissen der historischen Umbrüche seiner Zeit durchaus stellte, aber "das Vorhandene nicht umstürzen" wollte, vielmehr "das Vorhandene zu gewinnen trachtete, damit es sich selber zu verbessern geneigter würde." (H.E.G. Paulus)
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Beate Schmidt: Musik zu Goethes Faust. Dramaturgie, Rezeption und Aufführungspraxis. (Musik und Theater, 5). Sinzig 2006.
Goethes 'Faust' inspirierte wie kaum ein anderes Schauspiel bereits im 19. Jahrhundert namhafte und weniger bekannte Musiker zu Vertonungen. In Schuberts, Berlioz', Wagners, Schumanns oder Gounods Kompositionen eröffnete er ganz eigene Wege. Dies hängt mit der multimedialen Konzeption des Dramas zusammen. Schon sein erster Teil bündelt vielfältige Stränge und Traditionen des Musiktheaters. Kein Schauspiel um 1800 sah eine so vielfältige Mischung aus Liedern, Melodramen, Chor- und Instrumentalpassagen vor.
Für das Theater der Goethezeit barg der 'Faust' jedoch ungeheure Herausforderungen. Kaum bewusst ist noch heute, dass erst die Musik den eigentlichen Impuls für die ersten Aufführungen gab. Auch in Goethes eigenen Bühnenversuchen und den professionellen Gesamtaufführungen um 1830 spielte Musik eine wichtige Rolle. Aus den Kompositionen Radziwills, Lindpaintners und Eberweins lassen sich nicht nur allgemeine Theaterkonventionen erschließen. Sie vermitteln auch Einblicke in die Inszenierungspraxis der Zeit. Diese legte Goethes vieldeutiges Stück mit Blick auf ganz bestimmte ästhetische Effekte und Wirkungen aus. Die Autorin zeigt auf der Grundlage neuer Quellenfunde eindrücklich, wie die bisher wenig untersuchte Gattung Schauspielmusik zu einem Experimentierfeld für das Musiktheater des 19. Jahrhunderts wurde.
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Julia A. Schmidt-Funke: Karl August Böttiger (1760-1835). Weltmann und Gelehrter. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 14). Heidelberg 2006.
Federfix, Tigeraffe, Dämon - mit der Reputation des Weimarer Schulleiters Karl August Böttiger (1760-1835) steht es nicht zum besten. Der 1791 auf das Direktorat des Weimarer Gymnasiums berufene Böttiger gilt als indiskreter Beobachter der residenzstädtischen Gesellschaft, als schadenfrohe Plaudertasche, die eine Reihe ungeschminkter Anekdoten über Goethe und seinen Herzog in die Welt gesetzt habe. Das vorliegende Buch macht sich auf die Suche nach dem Ursprung dieses schlechten Rufs. Es zeigt auf, dass Böttingers Stilisierung zum Störenfried auf der Idealisierung des ›klassischen Weimar‹ beruht, und entdeckt hinter den stereotypen Zuschreibungen eine vielseitige Persönlichkeit, die als Pädagoge, Journalist und Altertumskundler eine weitreichende Wirkung entfaltete. Auf breiter Quellenbasis wird Böttigers Situation in Weimar und später Dresden beschrieben, werden Vernetzungen und Reibungspunkte aufgedeckt, literarisches Schaffen und öffentliches auftreten untersucht. So ergeben sich Einblicke in das leben eines Gelehrten um 1800, für den die Begegnung mit dem ›Ereignis Weimar-Jena‹ trotz zahlreicher Spannungen und Konflikte zur festen Bezugsgröße, zum ›Lebensereignis‹ wurde.
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Axel Schröter: Musik zu den Schauspielen August von Kotzebues unter besonderer Berücksichtigung der unter Goethes Leitung in Weimar aufgeführten Bühnenwerke. (Musik und Theater, 4). Sinzig 2006.
Kaum ein anderer Dramatiker konnte sich um 1800 mit seinem Werk einer derartigen Präsenz nicht nur auf deutschsprachigen, sondern auch auf europäischen Bühnen erfreuen wie August von Kotzebue. Dies hängt mit seiner schier unvorstellbaren Produktivität zusammen, aber vor allem auch mit seinem sicheren Gespür für aktuelle Themen und nicht zuletzt mit seinem Instinkt für die Bühnenwirksamkeit seiner Dramen. Letztere gründet sich wesentlich auf der Tatsache, daß Text, Szene, Aktion und Musik in Kotzebues Dramen untrennbar miteinander verbunden sind. Wegen ihrer präzisen Hinweise zur Integration der Musik stießen sie in einem ungewöhnlichen Maße auf das Interesse bei Komponisten. Wie aber ließen sich diese Schauspielmusiken an einem Hoftheater realisieren, das jedenfalls im Bereich der Oper kaum mit Eigenproduktionen aufwarten konnte? Um dies zu beantworten, hat der Autor nicht nur das erhaltene Repertoire des Weimarer Hoftheaters gesichtet, sondern auch Kotzebue-Aufführungen an anderen europäischen Bühnen in den Blick genommen.
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2007

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Thomas Bach, Olaf Breidbach, Dietrich von Engelhardt (Hrsg.): Lorenz Oken - Gesammelte Werke. Gesamtwerk in vier Bänden. Weimar 2007. Band 1 von 2.
Der Naturforscher und Naturphilosoph Lorenz Oken (1779-1851) ist eine der herausragenden Gestalten der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts. In seinem Oeuvre stehen empirisch sorgfältig gewonnene vergleichend-anatomische Studien gleichberechtigt neben weitausgreifenden naturphilosophischen Entwürfen. Internationale Bekanntheit erlangte Oken als Herausgeber der Zeitschrift Isis (1817-1848) und als Initiator der ›Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte‹ (1822).
Die Vorliegende Ausgabe bietet eine repräsentative Auswahl von Okens Schriften, in der die verschiedenen Facetten seiner Arbeit und seiner Persönlichkeit berücksichtigt werden.

Der erste Band »Frühe Schriften zur Naturphilosophie« enthält Okens frühe Arbeiten zur Naturforschung und Naturphilosophie aus dem Zeitraum 1803-1808.
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Thomas Bach, Olaf Breidbach, Dietrich von Engelhardt (Hrsg.): Lorenz Oken - Gesammelte Werke. Gesamtwerk in vier Bänden. Weimar 2007. Band 2 von 2.
Der Naturforscher und Naturphilosoph Lorenz Oken (1779-1851) ist eine der herausragenden Gestalten der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts. In seinem Oeuvre stehen empirisch sorgfältig gewonnene vergleichend-anatomische Studien gleichberechtigt neben weitausgreifenden naturphilosophischen Entwürfen. Internationale Bekanntheit erlangte Oken als Herausgeber der Zeitschrift Isis (1817-1848) und als Initiator der ›Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte‹ (1822).
Die Vorliegende Ausgabe bietet eine repräsentative Auswahl von Okens Schriften, in der die verschiedenen Facetten seiner Arbeit und seiner Persönlichkeit berücksichtigt werden.

Der zweite Band enthält die erste Auflage von Okens »Lehrbuch der Naturphilosophie«, das in den Jahren 1809-1811 in drei Bänden in Jena publiziert wurde.
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Stefan Blechschmidt, Andrea Heinz (Hrsg.): Dilettantismus um 1800. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 16). Heidelberg 2007.
" 'Dilettant ", "dilettantisch ", "Dilettantismus " - mit diesen Worten verbindet man aktuell wenig Schmeichelhaftes. Das selbst auferlegte Professionalisierungsedikt unserer Tage macht über der Abneigung gegen dilettantische Stümper und Pfuscher den produktiven Gehalt des Dilettantismus vergessen, der dem Begriff seit seiner Einführung in den deutschen Sprachraum Mitte des 18. Jahrhunderts eigen ist. Der Dilettant galt vormals eben auch als treusorgender Liebhaber der Wissenschaften und schönen Künste, dessen Panoramablick sich über die Grenzen der sich gerade ausdifferenzierenden akademischen Fächer erhob. Der Kunstbetrieb schenkte ihm zunehmend Beachtung als Rezipient und Konsument, nur das Kunstschaffen selbst sollte weiterhin Meisterhänden vorbehalten bleiben. Dieses Buch bietet keine Apologie des Dilettanten, sondern es zeichnet Phänomen und Begriff des Dilettantismus um 1800 in Literatur, Theater, Musik, bildender Kunst, Philosophie und Naturwissenschaften nach. Es ist Ergebnis eines wissenschaftlichen Symposiums, das der Sonderforschungsbereich 482 "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" im März 2006 in Jena veranstaltete.
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abb2007-dkd
Johannes Grave, Hubert Locher, Reinhard Wegner (Hrsg.): Der Körper der Kunst. Konstruktionen der Totalität im Kunstdiskurs um 1800. (Ästhetik um 1800, Band 5). Göttingen 2007.
In den Jahren um 1800 treffen in Weimar und Jena in einer einzigartigen Konzentration neuartige, teilweise einander widersprechende Konzeptionen von Kunst, Kunsttheorie und Kunstgeschichte aufeinander. Doch bei aller Verschiedenheit liegen diesen Annäherungen an die Kunst gemeinsame Fragen und vergleichbare Strategien zu ihrer Beantwortung zugrunde. Auf eine Krise der normativen Kunsttheorie und eine zunehmend komplexer erscheinende Geschichtlichkeit von Kunst antworten Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Meyer, Carl Ludwig Fernow, Alois Hirt, Friedrich Schlegel und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, indem sie Kunst als eine Totalität begreifen und mit der Ganzheit Natur analogisieren. In der Metapher des Kunstkörpers findet dieses folgenreiche Konzept eine bündige Formel.
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Wiebke von Häfen: Ludwig Friedrich von Froriep (1779-1847). Ein Weimarer Verleger zwischen Ämtern, Geschäften und Politik. Köln, Weimar 2007.
Die Biographie des Weimarer Verlegers kann in vielerlei Hinsicht als charakteristisch für einen Wissenschaftler und Unternehmer in der Umbruchszeit von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft gelten. Bildungsstreben und die Einbindung in soziale Netzwerke machten aus Froriep einen bekannten Professor der Medizin und geachteten Wissenschaftler seiner Zeit. Er wirkte an der Gründung der Universität Berlin und der Herausbildung einer neuen Wissenschaftskultur in Tübingen mit. Als Schwiegersohn des Verlegers Friedrich Justin Bertuch übernahm er die Leitung des »Landes-Industrie-Comptoirs«, des größten Weimarer Wirtschaftsunternehmens, und gab gemeinsam mit ihm eine frühliberale Tageszeitung heraus. Nach 1819 engagierte sich Froriep im Weimarer Landtag für Reformen im Sinne frühliberaler Gesellschaftsvorstellungen. In Weimar vermittelte er zwischen bürgerlicher und höfischer Welt. Als Ehegatte und Familienvater setzte er sich mit Partnerschaftskonzepten, Wertevermittlung und Geschlechterrollen auseinander.
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Martin Keßler: Johann Gottfried Herder - der Theologe unter den Klassikern. Das Amt des Generalsuperintendenten von Sachsen-Weimar. [Arbeiten zur Kirchengeschichte; Bd. 102]. Berlin, New York 2007.

 
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Klassik Stiftung Weimar, Sonderforschungsbereich 482 "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" (Hrsg.): Ereignis Weimar. Anna Amalia, Carl August und das Entstehen der Klassik 1757-1807. Ausstellungskatalog. Weimar 2007.

» Man muss Hindernisse wegnehmen, Begriffe aufklären, Beispiele geben, alle Teilnehmer zu interessieren suchen, das ist freylich beschwerlicher als befehlen, indessen die einzige Art (…) zum Zwecke zu gelangen, und nicht Veränderungen wollen sondern verändern.« (Goethe an Carl August am 26.11.1784)

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Mark Napierala: Archive der Kritik. Die Allgemeine Literatur-Zeitung und das Athenaeum. (Jenaer germanistische Forschungen N.F., 22). Heidelberg 2007.
Mit dem Athenaeum hofften die Brüder Schlegel »nach 5-10 Jahren kritische Dictatoren Deutschlands« zu werden und zugleich »die Allgemeine Literatur-Zeitung zu Grunde zu richten«. Ihr Plan ging zwar nicht unmittelbar, aber doch rezeptionsgeschichtlich auf. Das Athenaeum gilt heute als Blueprint der modernen Literaturkritik. Die Allgemeine Literatur-Zeitung, in der sich immerhin die zentralen Tendenzen des Rezensionswesens des 18. Jahrhunderts bündeln, wirkt demgegenüber wie ein Relikt. Die Arbeit zielt darauf ab, diesen Eindruck zurechtzurücken, indem sie beide Journale auf die identische Ausgangsproblematik einer zusehends schwerer zu überblickenden literarischen Produktion bezieht. So erweisen sich die Lösungen des monumentalen Rezensionsorgans nicht als Vorstufe, sondern als punktgenaue Alternative zu denen der grazilen ästhetischen Zeitschrift.
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Klaus Ries: Wort und Tat. Das politische Professorentum der Universität Jena im frühen 19. Jahrhundert. (Pallas Athene. Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, 20). Stuttgart 2007.
Das politische Professorentum der Universität Jena leistete einen wichtigen Beitrag zur Entstehung des deutschen Liberalismus im frühen 19. Jahrhundert. Der Autor geht den ersten Spuren dieser Entwicklung im akademisch-universitären Bereich nach und zeigt, wie aus Anfängen im Gefolge der Französichen Revolution allmählich bis zum Erlaß der Karlsbader Beschlüsse eine liberal-nationale Bewegung entstand, die bereits Ansätze einer politischen Partei ekennen ließ.
Dabei werden sowohl die wichtigsten Jenaer Professoren von Schiller, Hufeland und Fichte bis Luden, Oken und Fries als auch ihr Verhältnis zu den Studenten und der politischen Öffentlichkeit einer genauen Analyse unterzogen. Die politischen Professoren der Universität Jena lassen sich als Bildungsbürger zwischen Staat und Gesellschaft kennzeichnen und fungierten als wichtige Wegbereiter der Moderne in Deutschland.
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Klaus Ries (Hrsg.): Zwischen Hof und Stadt. Aspekte der kultur- und sozialgeschichtlichen Entwicklung der Residenzstadt Weimar um 1800. Weimar 2007.
Der vorliegende Band beleuchtet verschiedene Aspekte der kultur- und sozialgeschichtlichen Entwicklung der Residenzstadt Weimar um 1800 und fragt, ob und inwieweit Weimar einen eigenen Stadttypus ausprägte, der als einzigartig gelten kann: den Typus einer "Kulturstadt", der den Übergang von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft forcierte.
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[Hain Verlag]

2008

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Thomas Bach, Jonas Maatsch, Ulrich Rasche (Hrsg.): 'Gelehrte' Wissenschaft. Das Vorlesungsprogramm der Universität Jena um 1800. (Pallas Athene. Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, 26). Stuttgart 2008.
Nachdem die jüngere Universitätsgeschichtsforschung einige der allzu idealistischen Vorstellungen vom Wesen und Wirken der alten Universitäten als Mythos und Erfindung des frühen 20. Jahrhunderts entlarvt hat, ist es an der Zeit, einen unvoreingenommenen Blick auf die historische Lehrpraxis einer Universität zu werfen.
Am Beispiel der Universität Jena nehmen die Autoren dieses Bandes erstmals das Lehrangebot aller Fakultäten einer deutschen Universität über einen längeren Zeitraum, nämlich von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, in den Blick und kommentieren es aus den verschiedenen fachwissenschaftlichen Perspektiven.
Die exemplarischen Fallstudien zeigen Parallelitäten, aber auch spezifische Differenzen zwischen der allgemeinen Geschichte der Wissenschaften und der konkreten Praxis ihrer akademischen Vermittlung.
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abb2008-mlz
Barbara Becker-Cantarino: Meine Liebe zu Büchern. Sophie von La Roche als professionelle Schriftstellerin. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 20). Heidelberg 2008.
"Meine Liebe zu Büchern" zeigt Sophie von La Roches (1730-1807) Lebenswerk im kulturellen Kontext und literarischen Feld des 18. Jahrhunderts, wie sie als Autorin mit eigener Stimme zur Literarisierung von Frauen und zur Dominanz der Schönen Literatur beigetragen hat. Ihre schwierige Beziehung zu Wieland wird im Zeichen von Literatur, Freundschaftskult und Autorschaft, die La Roche ganz den Büchern als Bildungs- und Kommunikationsmedium widmete, neu gelesen. Dabei kommen die Ausdifferenzierung der Empfindsamkeit als Einfühlungsästhetik in ihrem Romanwerk, ihr Kulturprogramm in ihrer Publizistik und ihren Verhaltensschriften, ihre Wissensvermittlung und Erkundung der Welt durch Reisen in den Blick. La Roches Kulturprogramm zielte auf die kulturelle Emanzipation durch den Gebrauch von Büchern.
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abb2008-hea
Stefan Blechschmidt: Homunculus. Ein Antikosmos auf evolutionärer Reise. Saarbrücken 2008.
"Es wird ein Mensch gemacht." Mit diesem Eingriff in die Schöpfung kokettieren nicht nur Genforscher unserer Tage, sondern vor mehr als 150 Jahren schon der Stubengelehrte Wagner im Goetheschen "Faust II". Das Ergebnis seines Experiments schwebt als Homunculus über allem Irdischen. Dieses "Menschlein" ist mit immensen Geistesfähigkeiten ausgestattet, verzagt aber an seiner körperlichen Unbedarftheit. Es weiß sich "nur halb zur Welt gekommen" und fordert sogleich, "weislich" zu entstehen, also die Schöpfung noch einmal von vorn anzufangen. Der Homunculus begibt sich als ein im Glas gefangener Antikosmos auf seine evolutionäre Reise.Ist die Homunculus-Episode im "Faust II" also ein klassisches Lehrstück in Sachen menschlicher Vermessenheit und ihrer Folgen? Das Buch nähert sich dieser Frage im Ausgang von Goethes naturwissenschaftlicher Denkweise und seiner morphologischen Methode. Es bietet damit auch interessierten Laien einen Zugang zu Goethe als Naturforscher im allgemeinen sowie zum vielfältigen Kosmos des Goetheschen "Faust II" im besonderen. Dabei werden auch Fragen der theatralischen Umsetzung des Homunculus-Experiments diskutiert.
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 abb2008-foi
Edoardo Costadura (Hrsg.): Frankreich oder Italien? Konkurrierende Paradigmen des Kulturaustausches in Weimar und Jena um 1800. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 21). Heidelberg 2008.
Der Raub der italienischen Kunstschätze durch das nachrevolutionäre Frankreich ist eines der Ereignisse, die um 1800 die beiden aus deutscher Sicht klassischen Kulturmodelle in direkten Konflikt treten lassen. Diese unmittelbare Konfrontation findet bekanntlich zu einem Zeitpunkt statt, als man sich auf deutscher Seite und dort insbesondere in Weimar und Jena um die Definition eines eigenen Kulturmodells bemühte. Wie gestalten sich in dieser Konstellation nun die wechselseitigen Rezeptions- und Abstoßungsprozesse? Wie beeinflussen ästhetische Italophilie oder politische Gallophobie die Kultur- und Wissenschaftsproduktion in Weimar und Jena? Wie verläuft umgekehrt die Wahrnehmung der deutschen Produktion in Frankreich und Italien? Anhand von Beispielen aus Literatur, Philosophie, Kunst und Naturwissenschaften geht der band diesen und anderen Fragen nach.
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abb2008-slu
Julia Di Bartolo: Selbstbestimmtes Leben um 1800. Sophie Mereau, Johanna Schopenhauer und Henriette von Egloffstein in Weimar-Jena. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 17). Heidelberg 2008.
Die Faszination, die von Frauen ausgeht, die mit oder neben Männern wie Goethe, Schiller, Wieland und Herder lebten, ist nach wie vor ungebrochen. Die Beschäftigung mit den Frauen Weimar-Jenas, die mit eigenen literarischen, schauspielerischen, musikalischen oder Werken der bildenden Kunst, aber auch durch die von ihnen frequentierten und unterhaltenen GEselligkeitskreise auf sich aufmerksam machten, befindet sich jedoch noch in den Anfängen. Im vorliegenden Band stehen mit Sophie Mereau, Johanna Schopenhauer und Henriette von Egloffstein drei ambitionierte Frauen im Zentrum, die versuchten, ihre Lebensentwürfe umzusetzen und dabei ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Studie fragt danach, inwiefern diese drei Frauen, die sich zwischen 1793 und 1829 in Weimar bzw. Jena aufhielten und auf literarisch-künstlerischem bzw. geselligem Gebiet auf sich aufmerksam machten, persönliche Vorhaben umsetzen konnten, welche Handlungsspielräume sie während ihrer Anwesenheit in Weimar bzw. Jena nutzten und wovon sie dabei beeinflusst wurden.
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abb2008-guk
Lothar Ehrlich, Georg Schmidt (Hrsg.): Ereignis Weimar-Jena. Gesellschaft und Kultur um 1800 im internationalen Kontext. Köln, Weimar, Wien 2008.
In diesem Band werden die Beziehungen des Er­eignisraums Weimar-Jena um 1800 zu ihrer nationalen wie internationalen Umgebung in den Blick genommen. Die erstaunliche Verdichtung und Aufgipfelung der Wissenschaften und der Künste in dieser Region im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert stellen ein einzigartiges weltkulturelles Phänomen dar, das in den hier versammelten Beiträgen im deutschen und euro­päischen Vergleich in seiner paradigmatischen Bedeutung greifbar wird. - Dabei werden sowohl die internen Zusammenhänge von Politik, Gesellschaft und Kultur als auch die einzelnen künstlerischen und wissenschaft­lichen Leistungen sowie ihre europäischen Korres­pondenzen und Rezeptionen thematisiert. Residenz und Uni­versität erweisen sich, zumal in der divergierenden geistigen und praktischen Universalität von Klassik und Romantik, als ein europäisches Kulturzentrum, das vor allem im Hinblick auf Philosophie und Dichtung wirkungs­geschichtlich außerordentlich ertragreich war und von dem auch heute noch enorme Impulse ausgehen.
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Jochen Golz, Manfred Koltes (Hrsg.): Autoren und Redaktoren als Editoren. (Beihefte zu editio, hrsg. von Winfried Woesler, 29). Tübingen 2008.
Der Band enthält Vorträge, die auf der 11. internationalen Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition vom 22. bis 25. Februar 2006 in Weimar gehalten worden sind. Das thematische Spektrum des Bandes ist denkbar weit, sodass er sowohl für Germanisten als auch für Musikwissenschaftler und Philosophiehistoriker von Interesse ist. Erörtert werden spezielle Probleme anhand laufender Editionsprojekte wie auch Modelle von Editionen, die sich erst in der Vorbereitung befinden. Zugleich werden theoretische Aspekte des Rahmenthemas zur Diskussion gestellt, sodass der Band insgesamt eine verlässliche Orientierung über die aktuelle Situation in Editionstheorie und -praxis bereithält.
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Ernst-Gerhard Güse, Stefan Blechschmidt, Helmut Hühn, Jochen Klauß (Hrsg.): "Eine unbeschreibliche, fast magische Anziehungskraft". Goethes "Wahlverwandtschaften". Ausstellungskatalog. Weimar 2008.
»Es ist ein Werk von so zarter und unerbittlicher Kenntnis des Menschenherzens, so ausgeglichen in Güte und Strenge, Klarheit und Geheimnis, Klugheit und Ergriffenheit, Form und Gefühl, dass wir es nur mit Staunen das unsere nennen.« Thomas Mann, Zu Goethes »Wahlverwandtschaften« (1925)
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abb2008-dji
Hans-Werner Hahn, Andreas Klinger, Georg Schmidt (Hrsg.): Das Jahr 1806 im europäischen Kontext. Balance, Hegemonie und politische Kulturen. Köln, Weimar 2008.
Das Jahr 1806 hatte für die deutsche und europäische Geschichte epochale Bedeutung, tiefgreifend und umstürzend waren seine Folgen. Im August 1806 endete mit dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation eine jahrhundertealte Verfassungsordnung. Im Oktober 1806 unterlag Preußen in der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt den Truppen Napoleons, der damit seinen hegemonialen Siegeszug in Europa fortsetzen konnte. Die Autoren fragen, wie tief die Zäsur von 1806 wirklich reichte, was an Neuem von ihr ausging und welche Kontinuitätslinien über sie hinauswiesen. Die Spannweite der Beiträge reicht von den Auswirkungen auf das Völkerrecht und die europäische Politik über den Wandel in der politischen Kultur Deutschlands wie Frankreichs bis hin zu der speziellen Frage, was die Zäsur von 1806 für das Herzogtum Sachsen- Weimar-Eisenach bedeutete, in dessen Mitte Napoleon auf dem Schlachtfeld triumphiert hatte.
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Katharina von Hammerstein, Katrin Horn (Hrsg.): Sophie Mereau. Verbindungslinien in Zeit und Raum. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 19). Heidelberg 2008.
Dieser interdisziplinär konzipierte Sammelband mit Beiträgen aus der Germanistik, Geschichte, Musikgeschichte, Kunstgeschichte und Geschlechterforschung (aus Deutschlnd, England, Australien und den USA) perspektiviert Sophie Mereau und ihr Werk neu im Kontext der diskursiven Räume und Literatur um 1800, im Beziehungsgeflecht der in Jena und Weimar konzentrierten Intelligenz und in der Erweiterung weiblicher Handlungs(spiel)räume in Realität und Fiktion.
   Der Band umfaßt 18 intertextuell ausgerichtete Einzeluntersuchungen zu den Bereichen Ästhetik und literarische Verortung, soziale und berufliche Vernetzung, Poetisierung von Freiheit, Glück, Sexualität, Selbstausbildung, Erinnerung und Phantasie, Verknüpfungen zwischen dem Ich und dem Anderen in Tagebuch und Briefen, sowie Verbindungslinien zu altdeutschen Vorlagen, Kunst und Liedkultur.
   Aufgrund des fächerübergreifenden Ansatzes setzt der Band vollkommen neue Impulse für die internationale Mereau-Forschung.
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Jutta Heinz (Hrsg.): Wieland Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Stuttgart, Weimar 2008.
Für Goethe war er ein »Weltmonade«, ein »Stern erster Größe«, der »unendlich viel auf die geistige Bildung der Nation« gewirkt habe; für Friedrich Schlegel nur ein »negativer Classiker«. - Christoph Martin Wieland (1733-1813) war in seiner Zeit zwar umstritten, aber ein vielgelesener und stilbildender Autor. Zu seinem 275. Geburtstag soll das Wieland-Handbuch Breite. Anspruch und Aktualität seines Schaffens illustrieren und den Zugang zu seinem Werk erleichtern.
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Gerhard R. Kaiser, Olaf Müller (Hrsg.): Germaine de Staël und ihr erstes deutsches Publikum. Literaturpolitik und Kulturtransfer um 1800. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 18). Heidelberg 2008.
Die Bedeutung von Mme de Staëls erstem Deutschlandaufenthalt von 1803/1804 für die französische Rezeption der deutschen Frühromantik ist bereits unter vielfältigen Gesichtspunkten untersucht worden. Für die andere Seite dieses Transferprozesses, also für die Wahrnehmung von Person und Werk Mme de Staëls in Deutschland, besonders für die Zeit vor ihrem ersten Deutschlandbesuch, existieren bislang nur wenige, punktuelle Untersuchungen. Der vorliegende Band, hervorgegangen aus einer internationalen Tagung des Jenaer Sonderforschungsbereichs 482 »Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800«, bietet erstmals eingehende Untersuchungen der wechselseitigen Voraussetzungen der über Mme de Staël verlaufenden kulturellen Tranferprozesse. Ausgehend von der Prämisse, dass die Begegnung zwischen der prominenten Gegnerin Napoleons und den deutschen Literaten - besonders den 1803/1804 in Weimar und Jena versammelten - auf beiden Seiten dadurch geprägt war, dass es galt, kulturelles Prestige in einer gesamteuropäischen Krisensituation politisch zu nutzen, wird exemplarisch die deutsche Rezeption des Staëlschen Werks von den Frühschriften bis zu De l'Allemagne analysiert, wobei ein besonderes Interesse der Auseinandersetzung deutscher Schriftstellerinnen (Bettine von Arnim, Therese Huber, Rahel Varnhagen) mit der umstrittenen und doch auch modellbildenden französischen Autorin gilt.
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Andre Karliczek: Emil Huschke (1797-1858). Jenaer Anatom und Physiologe. Jena 2008.

Emil Huschke ist heute nur einem kleineren Kreis von Fachgelehrten bekannt. Zu seinen Lebzeiten wurden seine Arbeiten zur Neuroanatomie aber breit diskutiert. Er selbst war Schüler des, seine anatomischen Arbeiten spekulativ begründenden, Lorenz Oken. Seine jüngste Tochter Agnes heiratete nach seinem Tod Ernst Haeckel. Er steht damit in seiner Biographie zwischen der, gerne verkürzend romantisch genannten, Naturforschung und einem weltanschaulichen Materialismus, der um 1900 die Führungsrolle für den Gesamtkontext der Wissenschaften übernimmt. In dieser Situation, gleichsam im Zwischenraum, wird Huschkes Biographie heute wieder interessant.
   In der vorliegenden Abhandlung wird vor dem Hintergrund des biographischen und akademischen Werdeganges Huschkes, diesem Zwischenraum in seinem wissenschaftlichen Werk anhand eingehender inhaltlicher Untersuchungen seiner arbeiten nachgegangen. Ergänzt wird diese wissenschaftshistorische Analyse von der 'populärwissenschaftlichen' und hier erstmals abgedruckten Vorträgen, die Emil Huschke im Rahmen eines, von der Erbherzogin Maria Pawlowna organisierten, wissenschaftlichen Laien-Kreises am Weimarer Hof in den Jahren 1844-49 hielt, und denen er nach und nach aus seinen sinnesphysiologischen Einsichten eine Symbolik des Hirns entwickelt.
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Marko Kreutzmann: Zwischen ständischer und bürgerlicher Lebenswelt. Adel in Sachsen-Weimar-Eisenach 1770 bis 1830. Köln, Weimar, Wien 2008.
Anknüpfend an aktuelle Forschungen zur Geschichte des europäischen Adels in der Moderne stellt die vorliegende Studie die Frage nach Beständigkeit und Wandel des Adels im Raum Weimar-Jena in der zeit des Übergangs von der der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft. Am Beispiel der freiherrlichen Familien von Ziegesar und von Fritsch rekonstruiert sie aus sozial- und kulturhistorischer Perspektive die Lebenswelt des Adels. Dabei wird auch untersucht, inwieweit die Zeit der Weimarer Klassik um 1800, verstanden als eine besondere geistige und kulturelle Konstellation von europäischer Ausstrahlungskraft, den Wandels des Adels in spezifischer Weise prägte. Im Vergleich mit anderen Adelslandschaften wird deutlich, dass der Adel in Sachsen-Weimar-Eisenach im frühen 19. Jahrhundert stärker als bisher angenommen an der Herausbildung »bürgerlicher« Werte und Lebensformen beteiligt war.
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Jonas Maatsch: "Naturgeschichte der Philosopheme". Frühromantische Wissensordnungen im Kontext. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 24). Heidelberg 2008.
Vor dem Hintergrund gewaltiger Fortschritte der Wissenschaften und ihrer zunehmenden Differenzierung rückte das Problem einer umfassenden Systematisierung des Wissens am Ende des 18. Jahrhunderts ins Zentrum des philosophischen Interesses. Die Jenaer Frühromantiker vertraten in dieser Frage eine ganz eigenständige Position: am Modell der Natursystematik ihrer Zeit orientiert, setzten sie in ihren Wissensordnungen weniger auf logisch-begriffliche als auf analogisch-anschauliche Verfahren. Statt in der festen Architektur eines Systems schien ihnen der eigentliche Zusammenhang des Wissens in der Form seiner lebendigen Entwicklung zu liegen. Besonders die enzyklopädistischen Studien in Novalis' Allgemeinem Brouillon, die im Zentrum dieser Arbeit stehen, können als Versuch einer morphologischen Wissensordnung gelten und so in einem systematischen Zusammenhang gelesen werden, der bis in die Spätphilosophie Ludwig Wittgensteins reicht.
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Nicolas Robin (Hrsg.): Designing Botanical Gardens: Science, Culture and Sociability. Studies in the History of Gardens & Designed Landscapes. Special Issue. Volume 28, Number 3-4 (2008).
Botanic gardens are places where knowledge is gathered, preserved, imparted and experimented with. They are places of scientific practice and communication where architectural and aesthetic concepts have only a supportive role serving botanical experimentation as well as the presentation of plant systematics. Botanic gardens are conventionally regarded as encyclopaedias planted for reference and, consequently, as a balance against the fixed and theoretical knowledge available through herbaria and botanical literature. This volume includes most of the papers presented during our symposium entitled "Botanical Gardens within Global and Local Dynamics - Sociability, Professionalization and Diffusion of Knowledge" and has been completed with papers focusing particularly on design and science within botanic gardens. In putting botanic gardens in their scientific and social context, I hope that we can contribute with this set of papers to a better understanding of the identity of botanic gardens as scientific institutions within a global history of gardens.
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Susanne Zimmermann, Horst Neuper (Hrsg.): Professoren und Dozenten der Medizinischen Fakultät Jena und ihre Lehrveranstaltungen zwischen 1770 und 1820. Jena 2008.
Die Medizinische Fakultät der Universität Jena gehörte am Ende des 18. Jahrhunderts zu den bedeutenden Orten der ärztlichen Ausbildung im deutschsprachigen Raum. Die Lehrleistungen insbesondere die Einführung der Ausbildung am Krankenbett, und der wissenschaftliche Bekanntheitsgrad der in dieser Zeit in Jena tätigen Professoren Christian Gottfried Gruner, Christoph Wilhelm Hufeland, Justus Christian Loder, Ernst Anton Nicolai und Johann Christian Stark I trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.
Die überlieferten Vorlesungsankündigungen lassen ein aussagekräftiges Bild des Lehrbetriebes an der Medizinischen Fakultät der Universität Jena in der Zeit zwischen 1770 und 1820 entstehen.
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2009

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Joachim Bauer, Klaus Dicke, Stefan Matuschek (Hrsg.): Patron Schiller. Friedrich Schiller und die Universität Jena. Jena 2009.
Die auf Friedrich Schiller bezogene Jenaer Erinnerungskultur steht in einem eigenen, spezifisch akademischen Kontext. Als "Klassikerstadt" sollte Jena mehr noch als bisher im kollektiven Gedächtnis aufgehoben werden. Diesem Leitgedanken folgend, richtete die Universität anlässlich des Schiller-Jubiläums 2009 - 250. Geburtstag Friedrich Schillers und 75. Jahrestag der Namensgebung in "Friedrich-Schiller-Universität Jena" - eine Kabinettausstellung unter dem Titel "Patron Schiller" aus. Der vorliegende Begleitband spricht sowohl Wissenschaftler als auch das interessierte Lesepublikum an. In elf Fallstudien wird das Wirken und Nachwirken Schillers in Jena dokumentiert, wobei der Schwerpunkt auf dem Bestreben der Universität und der Stadt liegt, Schiller als Identifikationsfigur in der Memorialkultur zu verankern. Neben dem akademischen Wirken des großen deutschen Dichters zählen die lokalen Denkmäler und Gedenkstätten ihm zu Ehren, die Kontroverse die im 20. Jahrhundert um seinen Tod geführt worden ist, sowie seine Vereinnahmung unter den beiden deutschen Diktaturen zu den behandelten Themen.
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Stefan Blechschmidt: Goethes lebendiges Archiv. Mensch - Morphologie - Geschichte. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 25). Heidelberg 2009.
Goethes zweite Form der Autobiographie gilt bis heute als Komplement seiner kanonisierten Lebenserinnerungen. Sie empfiehlt sich selbst als »einzelnes Kapitel jenes größern Bekenntnisses« (Konfession des Verfassers), als »fragmentarische Sammlung« (Hefte Zur Naturwissenschaft, besonders zur Morphologie), oder als »Ergänzung« der sonstigen Bekenntnisse (Tag- und Jahreshefte). Ein eigenständiger Status wurde diesen Texten von Seiten der Forschung bisher nicht eingeräumt. Die vorliegende Arbeit ist einer Methode verpflichtet, welche die Funktionslogik dieses »lebendigen Archivs« aufzudecken und zu begründen unternimmt. Es wird darin aufgezeigt, wie Goethe als Herausgeber dieser Archivautobiographie agiert. Nachzuweise ist, dass er als solcher die Machtfrage stellt, und zwar eine grundsätzliche, nämlich die nach der Rechtfertigung und Selbstbestimmung der »richtigen« und »falschen Tendenzen« seiner dichterischen und schriftstellerischen Tätigkeit.
   Goethes Neuordnung seiner Lebensgeschichte in der zweiten Autobiographie ist dabei auf das engste mit seiner Organisation der Kunst- und Wissenschaftsgeschichte verbunden. Wie aus der Ordnung der Geschichte zuletzt die Ordnung der Lebensgeschichte erwächst, wird ausführlich dargestellt.
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Cornelia Brockmann: Instrumentalmusik in Weimar-Jena um 1800. Aufführungskontexte - Repertoire - Eigenkompositionen. (Musik und Theater, 7). Sinzig 2009.
Dieses Buch räumt mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, die Dioskuren der Weimarer Klassik hätten die Instrumentalmusik der Wiener Klassik nicht zur Kenntnis genommen.
    Auf der Basis neuer Quellenfunde weist die Autorin nach, dass in Weimar zwischen 1775 und 1800 ein bemerkenswertes Instrumentalmusikrepertoire zusammengetragen wurde, in dem nahezu alle bedeutenden Komponisten der Zeit vertreten waren. Vor allem die Sinfonien Joseph Haydns und anderer Komponisten aus dem Umfeld der Wiener Klassik gelangten in den Hofkonzerten und in den Zwischenakten des Theaters zur Aufführung.
    Dass die Gattung Sinfonie im Weimarer Musikleben höchst präsent war, erweist sich auch am überraschend vielseitigen Schaffen des Hofkapellmeisters Ernst Wilhelm Wolf. Seine bislang nahezu unbekannten Sinfonien werden ausführlich vorgestellt, die auf CD-ROM beigefügten Partituren ermöglichen den Nachvollzug der Analysen.
Vor dem Hintergrund ihrer Forschungen formuliert Cornelia Brockmann schließlich neue Thesen im Hinblick auf den Stellenwert der Musik in den literarischen und ästhetischen Schriften von Goethe, Herder und Schiller und bereichert damit das gängige Bild der Weimarer Klassik um eine bislang unbekannte Facette.
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abb2009-fwj
Stefanie Freyer, Katrin Horn, Nicole Grochowina (Hrsg.): FrauenGestalten. Weimar-Jena um 1800. Ein bio-bibliographisches Lexikon. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 22). Heidelberg 2009.
95 Biographien geben Einblicke in die vielfältigen Lebensentwürfe und Leistungen von Frauen, die als Gastgeberinnen, Künstlerinnen, Lehrerinnen, Schriftstellerinnen, Vereins- und Existenzgründerinnen das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Weimar und Jena um 1800 gestalteten. Die umfangreichen Bibliographien enthalten Angaben zu Werken, Quellen und Sekundärliteratur von den und über die porträtierten Frauen, und geben damit sowohl einen Überblick zum jeweils aktuellen Forschungsstand als auch Hinweise für weiterführende Forschungen.
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abb2009-fwj
Nicole Grochowina: Das Eigentum der Frauen. Konflikte vor dem Jenaer Schöppenstuhl im ausgehenden 18. Jahrhundert. Köln, Weimar, Wien 2009.
Welche Eigentumsrechte hatten Frauen um 1800? Wie funktionierte die Rechtssprechung, wenn sie ihre Rechte am Erbe, an Grundstücken oder an Wegen und Bächen einklagten? Vor dem Jenaer Schöppenstuhl wurden zwischen 1780 und 1800 zahlreiche solcher Fälle der zivilen Gerichtsbarkeit begutachtet. Wie dabei der Spagat zwischen zeitgenössischen Vorstellungen über das Geschlechterverhältnis und die Eigentumsfähigkeit von Frauen auf der einen Seite sowie juristische Normen und fakultativ anzuwendenden Rechten auf der anderen Seite gelang, zeigt diese Studie.
   Nicole Grochowina hat sich mit der vorliegenden Arbeit an der Friedrich-Schiller-Universität habilitiert.
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Harald Wentzlaff-Eggebert: Weimars Mann in Leipzig. Johann Georg Keil (1781-1857) und sein Anteil am kulturellen Leben der Epoche. Eine dokumentierte Rekonstruktion. (Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800: Ästhetische Forschungen, 26). Heidelberg 2009.
Der Weimarer Philologe Johann Georg Keil wurde in den Jahren 1811-1814 von Goethe gefördert, der seine eigene Calderón-Begeisterung in einem maße auf den damaligen Lehrer und  Bibliothekar übertrug, dass dieser sich vornahm, die über 100 comedias des spanischen Barockdichters kritisch zu edieren. Die Zeit dazu fand er, nachdem er in Leipzig die einzige Tochter des gerade verstorbenen Bankiers Löhr geheiratet hatte. Mit dem Titel eines Weimarer Hofrats (1814) und einer Jenaer Ehrendoktorwürde (1828) blieb er auch als angesehener Leipziger Bürger, der sich in verschiedenen Bereichen des dortigen kulturellen Lebens engagierte, Weimar-Jena fest verbunden. Dies bezeugt seine Korrespondenz mit Johanna Schopenhauer, mit Bertuch und Froriep oder dem Übersetzer Gries und dem Altphilologen Hand ebenso wie die mit dem Kupferstecher Schwerdgeburth, mit Ludwig von Schorn, Ottilie von Goethe und Erbprinz Carl Alexander. Hinzu kommen Briefwechsel mit bedeutenden Zeitgenossen wie Ludwig Tieck oder dem Gefängnisreformer in Preußischen Diensten, Nikolaus Heinrich Julius.
   Diese und weitere Korrespondenzen werden vollständig abgedruckt und durch bereits bekannte Briefe wie die an bzw. von Goethe und Arthur Schopenhauer sowie durch die in Keils Nachlass überlieferten Lebenserinnerungen ergänzt. Neben den hispanistischen Aktivitäten Keils wird - in einem von Markus Bertsch verfassten Beitrag - seinen kunsthistorischen Interessen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
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abb2009-duj
Steffen Kublik: Die Universität Jena und die Wissenschaftspolitik der ernestinischen Höfe um 1800. (Geschichtswissenschaft, 6). Marburg 2009.
Wie gelang es der Alma mater Jenensis um 1800 zum Bildungszentrum der Nation aufzusteigen? Warum nahm die Blüte der "Salana" genannten Bildungseinrichtung nach wenigen Jahren aber ein so schnelles Ende?
   Steffen Kublik beleuchtet die Entwicklung der von vier thüringischen Höfen verwalteten und finanzierten Universität Jena Mitte des 18. bis ins 19. Jahrhundert. Ferner zeigt er, welche Anstrengungen die für diese Universität verantwortlichen Politiker unternommen haben, um eine von ihr unabhängige Wissenschaftskultur ins Leben zu rufen. Im Focus steht dabei die Umwandlung der als Hochburg des Luthertums gegründeten Jenaer Hohen Schule zu einem Mittelpunkt des aufgeklärten Wissenschaftsverständnisses.
   Weitere Erörterungen gelten der Frage, wodurch sich die Jenaer Universität den Ruf erwerben konnte, ein "Freihafen" des Geistes zu sein. Und schließlich wird plausibel zu machen versucht, dass ihr Niedergang in den Jahren nach 1800 Folge einer ihrem Gedeihen abträglichen, aber unvermeidlichen Wissenschaftspolitik war. Vergleichende Betrachtungen über den Versuch der sachsen-ernestinischen Staaten, eine außeruniversitäre Wissenschaftskultur in ihren Territorien zu etablieren, runden die Darstellung ab.
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abb2009-v18
Sabine Schimma, Joseph Vogl (Hrsg.): Versuchsanordnungen 1800. Zürich: diaphanes, 2009.
Die gegenwärtige Wissenschaftsforschung hat Goethes naturwissenschaftlichen Studien und Experimenten neue und exemplarische Seiten abgewonnen. Demnach kann man hier eine ›science in the making‹ beobachten, die wissenschaftliche Praxis mit ästhetischer Reflexion verbindet und den Forschungsprozess zudem in einen Rahmen autobiographischer wie sozialer Selbstvergewisserung stellt.
   Ausgehend von Goethes Naturforschung und insbesondere seiner Farbenlehre begreift der Band verschiedene Versuchsanordnungen um und nach 1800 als Experimente über das Experimentieren, die herausragende Schauplätze für die Entstehung moderner Wissenschaften bieten: vom Menschenversuch bis zu den Lebenswissenschaften, von physiologischen Experimenten bis zur epistemischen Erprobung einer neuen Empirie. Die Aufsätze des Bandes entwerfen verschiedene - wissenschafts-, medien- und kulturhistorische - Perspektiven auf die Experimentalkultur Anfang des 19. Jahrhunderts.
   Mit Beiträgen von Safia Azzouni, Stefan Blechschmidt, Bernhard Dotzler, Jan Frercks, Michael Gamper, Jutta Müller-Tamm, Nicolas Pethes, Armin Schäfer, Sabine Schimma, Hubert Thüring und Joseph Vogl.
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Stefan Wallentin: Fürstliche Normen und akademische »Observanzen«. Die Verfassung der Universität Jena 1630-1730. Köln 2009.
Im Zentrum des Bandes steht die Universität Jena während ihrer frühneuzeitlichen Blütephase. Beleuchtet wird zum einen das Zustandekommen der Universitätsgesetze vor dem Hintergrund der komplizierten Struktur der ernestinischen Erhalterstaaten. Zum anderen wird die Universität vom Personalbestand bis hin zu den angegliederten Einrichtungen und Wirtschaftsbetrieben systematisch dargestellt. Dabei zeigt sich, dass das Verhältnis zwischen Universität und Landesherrschaft von einer erstaunlich intensiven Kommu­nikation geprägt war. Dennoch richtete sich die akademische Selbstverwaltung in der Praxis mehr an akademischen »Observanzen« als an landesherrlichen Dekreten aus.
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Temilo van Zantwijk: Heuristik und Wahrscheinlichkeit in der logischen Methodenlehre. Paderborn 2009.
Gibt es Regeln des Findens? In der Wissenschaftstheorie scheiden sich in diesem Punkt die Geister: vor allem kritische Rationalisten betrachten den context of discovery in erster Linie als ein Feld genialer, kreativer Einfälle, das allenfalls Thema einer Psychologie sein kann, für die Frage der logischen Rechtfertigung jedoch keine Rolle spielt. Dagegen werden in diesem Buch Bausteine einer rationalen Heuristik in der vormodernen Logik bei J. H. Lambert, J. F. Fries und B. Bolzano aufgewiesen. Die Problemgeschichte der logischen Methodenlehre zeigt, 1. dass die Lehre vom Finden (Heuristik) es nicht mit endgültiger Rechtfertigung, sondern mit begründeter Zustimmung unter Vorbehalt zu tun hat, 2. dass sich im Bereich begründeter Vermutungen nicht trennscharf zwischen Genese und Geltung der Erkenntnis unterscheiden lässt, 3. dass am Leitfaden einer Unterscheidung zwischen verschiedenen Folgerungstypen in Logik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Rhetorik Regeln des Findens bestimmt werden können, 4. dass für begründete Vermutungen nicht dieselbe behauptende Kraft verlangt werden darf, die logisch gerechtfertigte Aussagen aufweisen.
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2010

 
Olaf Breidbach, Peter Heering, Matthias Müller [u.a.] (Hrsg.): Experimentelle Wissenschaftsgeschichte. [Laboratorium Aufklärung; Bd. 3]. München 2010.

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Werner Greiling, Franziska Schulz (Hrsg.): Vom Autor zum Publikum. Kommunikation und Ideenzirkulation um 1800. Bremen 2010.
Im ausgehenden 18. Jahrhundert prägte sich eine neue Qualität von Öffentlichkeit aus, die auf einer dichten Kommunikation zwischen Autoren, Herausgebern, Verlegern und Lesern basierte. Die Handlungsspielräme, Strategien und Ideen dieser Akteure stehen im Mittelpunkt des vorliegenden Bandes. Er präsentiert die Ergebnisse einer Tagung des DFG-Sonderforschungsbereichs 482 "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" und beleuchtet - zum Teil in vergleichender Perspektive - die Wechselbeziehungen zwischen Produktion, Distribution und Rezeption bzw. Perzeption gedruckter Lesestoffe.
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Birgit Himmelseher: Das Weimarer Hoftheater unter Goethes Leitung. Kunstanspruch und Kulturpolitik im Konflikt. [Theatron: Studien zur Geschichte und Theorie der dramatischen Künste; Bd. 56]. Berlin, New York 2010.

 
Michael Maurer (Hrsg.): Festkulturen im Vergleich. Inszenierung des Religiösen und Politischen. Köln, Weimar, Wien: Böhlau, 2010.

 
Rosemarie Nöthlich: "Geburten und Beobachtungen in dem Accouchierhauß gesamlet". Aufzeichnungen aus dem Besitz des Mediziners Johann Christian Stark (1753-1811). [Dokumentation der Städtischen Museen Jenas; Bd. 19]. Jena 2010.

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Friedemann Pestel: Weimar als Exil. Erfahrungsräume französischer Revolutionsemigranten 1792-1803 (TRANSFER - Deutsch-Französische Kulturbibliothek, Bd. 28). Leipzig 2010.

Während der Französischen Revolution verließen über 150.000 politische Flüchtlinge das Land und bezogen zeitweilig in Europa, Nordamerika oder auch Indien Exil. 25 Prozent der Emigranten entstammten der Geistlichkeit und 17 Prozent dem Adel, was etwa fünf bis zehn Prozent der Gesamtzahl der französischen Geistlichen und einem Viertel der Adligen entsprach. Dabei umfasste die Emigration keineswegs ausschließlich dem Ancien Régime besonders verbundene Bevölkerungsschichten, ebenso wenig war sie eine Ansammlung von reaktionären, ultraroyalistischen und reformfeindlichen Kräften. Vielmehr gehörten ihr große Teile all jener politischen Gruppen an, die zum Opfer der immer exklusiver werdenden revolutionären nation geworden waren, Verlierer im Ringen um die Deutungshoheit revolutionärer Prinzipien.
Ab 1795 fanden auch in dem kleinen Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach Revolutionsemigranten Zuflucht. Ihr Aufenthalt fällt damit zeitlich mit dem "Hochjahrzehnt" der Weimarer Klassik zusammen. Die im Sonderforschungsbereich 482 "Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800" entstandene Studie Friedemann Pestels zeichnet die historischen Umstände und Ereignisse dieser spezifischen Exilsituation nach und nimmt dabei besonders den deutsch-französischen Kulturtransfer in den Blick.
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Klaus Ries (Hrsg.): Johann Gustav Droysen: Facetten eines Historikers. [Pallas Athene; Bd. 34]. Stuttgart 2010.